Tour de Natur 2017 vom 29. Juli bis 7. August: Basel – Kaiserslautern
Tour 2017 von Basel gestartet!
Sonne, Hitze, Schwarzwaldpanorama …
Tourteilnehmer*innen scheuen keine Mühe für die Anfahrt! Ob per Rad, mit einem der raren IC-Fahrradreservierungen, mit Nahverkehr oder Fernbus, gestern sind Leute aus allen Himmelsrichtungen im ersten Super-Tourquartier, der Freien ev. Schule in Lörrach-Stetten unweit von Basel, gelandet. Selbst Tourfans aus Greifswald oder den Niederlanden sind dabei. Und viel mehr als erwartet sind bereits am Nachmittag zum Kaffeehaus Mitte in der Baseler Altstadt gekommen, um mit Daniel Häni über das bedingungslose Grundeinkommen zu diskutieren. Ein spannendes Thema, das eigentlich dem gesunden Menschenverstand entspricht. Nämlich dass jeder den Teil des Einkommens, den er zum Leben notwendig braucht, erhält, ohne dass daran Bedingungen geknüpft sind.

Tag 1: Basel nach Fessenheim
Heute sind wir mit über 120 Radler*innen zu unserer ersten und ziemlich anstrengenden Etappe aufgebrochen. Selbst Kinder haben tapfer die mehr als 60km und diverse Steigungen durchgehalten. Die Strecke ging am Rhein entlang und durch Weinberge, mit Blick auf den Schwarzwald, sogar die Vogesen ließen sich erspähen. Zunächst haben wir die Tour an der Dreiländerbrücke eröffnet. schließlich führt die Tour 2017 durch drei Länder. Am heutigen Ziel Staufen hat uns Bürgermeister Herr Benitz mit den Worten begrüßt: „Wir unterstützen Ihre Anliegen.“ Denn die Stadt bemüht sich sehr um Klimaschutz und will bis 2050 klimaneutral werden. Mit dem Geothermieprojekt am Staufener Rathaus „hatten sie einfach Pech“, denn das Anbohren einer unter Spannung stehenden wasserführenden Schicht lässt darüberliegende Gesteinsschichten aufquellen, was zu Verschiebungen bis zu einem halben Meter führte. Die Risse sind am Rathaus sichtbar. Im übrigen spricht sich die Stadt auch offiziell für die Stilllegung der in 10km Luftlinie liegenden AKW Fessenheim aus, das Hauptthema der morgigen Etappe.






Tag 2: Fessenheim en vacance pour toujours!
Widerstand gegen das AKW Fessenheim – das ist einer der Hauptgründe für die Tour de Natur im Oberrheintal. Zusammen mit den Aktiven aus dem Dreyeckland haben die rund 130 Radler*innen der Tour vor dem Kraftwerk demonstriert, damit Fessenheim endgültig außer Betrieb genommen und zurückgebaut wird.

Passend zum heißen Sommerwetter riefen die Teilnehmer*innen den französische Slogan: „Fessenheim en vacance pour toujours!“ (Fessenheim macht Urlaub für immer).
Wie stark hier die Kraft der Sonne ist, konnten die Radler*innen direkt erfahren. Nach weiteren äußerst sonnigen und schweißtreibenden Kilometern verstärkte die Radtour anschließend die Breisacher Montagsmahnwache gegen Atomkraft – mit Tourtheater und Musik; es gab eine kurze Ansprache und Anti-Atom-Lieder.



Tag 4 – 6: Von Freiburg durchs Elsass
Tour de Natur erstreitet sich vor Gericht die Fahrt über die Iffezheimer Staustufe. Treffpunkt für MitradlerInnen: Samstag 5. August 15 Uhr auf dem Parkplatz vor der Staustufe
Nach zwei Tagen in Freiburg strampelte die Tour gestern weiter – um den Kaiserstuhl herum und zum Rhein. Dort, an der Stelle, wo 1975 der Bauplatz des geplanten AKW Wyhl erfolgreich besetzt wurde, stoppten die Radler*innen und lauschten Axel Mayer vom BUND, der sehr spannend vom Widerstand erzählte.






Ganz besonders herzlich wurden wir in Muttersholtz empfangen. Die Gemeinde bemüht sich sehr, möglichst klimafreundlich und ressourcenschonend zu handeln und andere Menschen zum Mitmachen zu animieren. Besondes stolz ist die Gemeinde auf ihr regional bekanntes Maison de la Nature, wo die Tour das Veranstaltungszelt, Klos und Duschen nutzen konnte. Ganz praktisch und sehr erfrischend war der gut gekühlte Apfelsaft von den Streuobstwiesen rund um das Dorf – im Gegensatz zu vielen anderen Dörfern, wo Maisfelder bis an die Haustür reichen.
Inzwischen sind mehr als 150 Radler*innen dabei, der kleinste mit knapp einem halben Jahr! Bei dem immer noch heißen und schwülen Wetter boten Badeseen eine willkommene Erfrischung.
Im Elsass sind die Leute uns sehr offen und freundlich begegnet. Und es gab auch ganz besondere Begegnungen, zum Beispiel musste die Tour ein Stück mit 6kmh dahinschleichen, weil wir einen Pferdewagen nicht überholen konnten, der zum Mähen zu einer Wiese fuhr!
Strasburger Aktive für besseren Radverkehr und Ausbau des ÖPNV haben die Tour de Natur heute über die gesamte Etappe mit dem Rad begleitet. In Strasbourg selber informierten unter anderem Danielle Dambach, grüne Stadträtin aus Schildigheim, über die Situation in Frankreichs Fahrradstadt Nummer 1, welche Projekte es gibt, neue Zielgruppen für das Radfahren zu begeistern und wie es zum Revival der Straßenbahn in Strasbourg kam, die inzwischen bis nach Kehl fährt.
Auch auf deutscher Seite in Kehl-Neumühl wurde die Tour de Natur herzlich von Ortsvorsteher Fritz Vogt in der Sporthalle in Kehl-Neumühl begrüßt. Zeitgleich kam die Meldung, dass wir morgen über die Iffezheimer Staustufe radeln dürfen! Die Behörden hatten uns das untersagt, deshalb hat die Tour dagegen geklagt und gewonnen.
Tag 7: Rheinübergänge für Rad und Bahn verbessern!
Der siebte Tag der Tour de Natur begann mit einem herrlich warmen Morgen, der zum Frühstück auf die Wiese vor der Sporthalle einlud. Die Gemeinde Kehl-Neumühl hatte nicht nur ihre Halle der Tour zur Verfügung gestellt, sondern auch für Bänke und Tische gesorgt, auf denen sich trefflich sitzen ließ. Also: bequemes und geselliges Speisen in der hochsommerlichen Wärme des Oberrheingrabens.
Die Tour führte durch die durchweg flache, landwirtschaftlich stark genutzte Region von Kehl in Richtung Norden nach Rastatt. Zur Mittagsrast hatte der Mederhof im Dorf Rheinmünster-Söllingen eingeladen. Hier hatte Wams Fläming Kitchen schon das Equipment aufgebaut und ein delikates Mahl vorbereitet: Linsensuppe und gemischter Salat, dazu Brot mit diversen, sehr delikaten (fast durchweg „hausgemachten“) veganen Aufstrichen. Der Mederhof ist ein zertifizierter Bioland-Betrieb und vermarktet zudem einen Teil seiner Erzeugnisse im eigenen Hofladen – ein kleines Einkaufsangebot, das von den Radler*innen gern angenommen wurde. Beeindruckend ein Gang durch den Kuhstall: Hier wird den Milchkühen frisch gemähtes Klee-Gras-Futter vorgelegt, dessen Geruch an saftige Wiesen erinnert. Der in industrieller Milchviehhaltung übliche und nicht gerade angenehme Gärgeruch von Maissilage fehlte.
Einige kurze Regenschauer unterbrachen die nachmittägliche Weiterfahrt, die an den Rhein führte. Das Flussniveau liegt bei Iffezheim mehrere Meter über dem Landschaftsniveau; hohe Deiche zeigen dies an. Der Oberrhein wird stark genutzt, als erheblich kanalisierte Wasserstraße für den dichten Frachtschiffsverkehr und als Energielieferant für zahlreiche Wasserkraftwerke. In Iffezheim werden die Schleusenanlage und die Kraftwerksstaumauer sowie der sog. Altrhein von einer Bundesstraßenbrücke überquert, die – und das erstaunte alle Tourteilnehmer*innen – nicht von Fahrrädern und Pedelecs benutzt werden darf. Die Planer hatten dieses Verkehrsmittel ebenso wie die Fußgänger schlicht und einfach „vergessen“.



Thomas Henschel, Mitglied des baden-württembergischen Landtages für die Partei der Grünen, begrüßte die Tour de Natur auf dem Parkplatz an der Staustufe Iffezheim und erläuterte die regionalen Initiativen zur Verbesserung der Rheinquerung. Die Theatergruppe der Tour de Natur unterstrich diese Forderung durch die szenische Aufführung „Stein ins Rollen bringen“. Auch der Kreisverband Baden-Baden Bühl Rastatt des ADFC beteiligte sich mit einem originellen Beitrag. Gezeigt wurden zwei aktuelle Modelle sog. Elektrofahrräder. Ein kleiner Unterschied wird für die Möglichkeit der hiesigen Rheinquerung ausschlaggebend: Mit dem versicherungspflichtigen E-Bike darf die Bundesstraße benutzt werden, das auf max. 25 km/h beschränkte sog. Pedelec gilt als Fahrrad und hat hier Fahrverbot. Welch ein grandioser Unsinn wird hier offenkundig!
Die Weiterfahrt über die Bundesstraßenbrücke war der Tour de Natur von der Polizeibehörde untersagt worden. Dagegen legte die Tour de Natur Rechtsmittel ein – mit Erfolg! So geleitete uns die Polizei über die Brücke und demonstrierte gemeinsam mit der Tour de Natur für diese Forderung: Radfahrer können (und sollen) diese Rheinquerung nutzen! Deshalb wurde vor der Fahrt über die Brücke diese als Radquerung symbolisch mit Sekt eingeweiht.
Auf der linken Rheinseite, also in Frankreich ging es weiter bis zur nächsten Rheinquerung, der bekannten Wintersdorfer Brücke, einer 1895 in Betrieb genommenen, zweigleisigen Bahnbrücke, die im Verlauf des zweiten Weltkriegs mehrfach durch Sprengungen zerstört worden ist. 1966 wurde der Zugverkehr auf der wiederaufgebauten Brücke endgültig eingestellt und eine Asphaltdecke aufgebracht. Kurz vor Ende dieser Ära wurden kurzzeitig die Fernzüge von Strasbourg über die Wintersdorfer Brücke umgeleitet, hier fuhr damals auch der Orient-Express!
So erfuhr die Tour de Natur sehr anschaulich – eine Woche vor dem Tunnelbauunglück bei Rastatt, das den gesamten durchgehenden Bahnverkehr zwischen Basel und Karlsruhe auf Wochen lahmtlegt -, dass die Deutsche Bahn bzw. die politischen VertreterInnen den zeitgerechten Anschluss der neuen Gotthardquerung ans deutsche Bahnnetz über Jahre verschlafen haben. Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene ist schon viel zu lange hinausgezögert worden; das ist angesichts der Diskussionen um Abgasemissionen besonders pikant. Es ist unverantwortlich, dass die Bahn ein technisch hochriskantes Untertunnelungsprojekt unter einer bestehenden Strecke plant, ohne eine Ausweichmöglichkeit bei Schwierigkeiten vorzuweisen. Diese Ausweichstrecke wäre die Bahnverbindung von Rastatt via Wintersdorf über den Rhein nach Roppenheim und weiter nach Strassburg gewesen, wo via Kehl wieder auf die Rheinbahn gefahren werden konnte. Die Eisenbahnbrücke bei Wintersdorf ist jedoch seit Jahren nicht ausgebaut worden und zuletzt sind auch noch die Schienen auf deutscher Seite unterbrochen worden, was die Tourteilnehmer*innen vor Ort besichtigen konnten.
Die heutige Etappe endete in Wintersdorf, das zu einem Stadtteil von Rastatt geworden ist. Die südliche Zufahrt in das Dorf unterquert eine bemerkenswerte Eisenbahnbrücke. Die Schienenstränge sind aufgetrennt und mit dem Schwellenbett für den Überspannungsbereich der Brücke um ca. einen halben Meter angehoben worden, um die Durchfahrtshöhe für LKW zu vergrößern. Damit wurde zugleich der Bahnverkehr technisch unmöglich gemacht. Mehrere Initiativen der deutschen und der benachbarten französischen Region, die sich zu dem Projekt „Trans-PAMINA“ zusammengeschlossen haben, haben spezifische Pläne zur Verbesserung des ÖPNV in dieser Region zusammengestellt. Ein Teilprojekt ist die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Rastatt–Wintersdorf–Haguenau. Dazu informierte auf einem Aktionsstop der Tour de Natur an der Bahnbrücke ein Kurzvortrag eines Trans-PAMINA-Mitglieds – mit dem Dank für die heutige Unterstützung dieser Initiative.
Auf der Abendveranstaltung am Tourquartier, der geräumigen Turnhalle des Dorfes und deren attraktivem Außengelände, wurde das verkehrspolitische Konzept von Trans-PAMINA ausführlicher vorgestellt.
Tag 8: Von Rastatt nach Karlsruhe
Aus der Stadt der radikaldemokratischen Revolution von 1848/49 in die Stadt der Tram-Train-„Revolution“ von 1992
Tag 8 der Tour de Natur: An diesem herrlich sommerlichen Sonntag radelte die Tour de Natur von Rastatt nach Karlsruhe. Den ersten Infostopp gab es auf dem Marktplatz von Rastatt – mit Blick auf die pompöse barocke Schlossanlage, die die Markgrafen von Baden-Baden erbauen ließen. Tourleiter Markus erinnerte an die besondere Bedeutung dieses Ortes für die Entwicklung der Demokratie in Deutschland. Die Volksaufstände in Baden richteten sich gegen die Macht der regierenden Herrscherhäuser und deren Ablehnung und Niederschlagung der Demokratiebewegung im Deutschen Bund. Es waren preußische Truppen, die diese Aufstände niederschlugen. Einen bewegenden musikalischer Ausdruck der unsäglichen Unterdrückung jener Zeit trugen einige TdN-Mitglieder vor – das „Badische Wiegenlied“, dessen erste Strophe wie folgt lautet:
„Schlaf mein Kind schlaf leis / dort draußen geht der Preuß / Deinen Vater hat er umgebracht / deine Mutter hat er arm gemacht / Und wer nicht schläft in guter Ruh / dem drückt der Preuß die Augen zu.“



In den Karlsruher Vororten Ötigheim, Bietigheim und Dumersheim radelte die TdN immer wieder an einer besonderen Straßenbahntrasse und an Haltestellen vorüber. Hier verkehrt die als S-Bahn geführte Linie 2 von Rheinstetten nach Karlsruhe und weiter in Richtung Spöck. 1992 startete das Projekt „Karlsruher Stadtbahn“, in dem eine Zusammenführung von Straßenbahnen und Bundesbahnstrecken realisiert wurde (Tram-Train-System). Das Karlsruher Modell gilt noch heute als vorbildlich für die Weiterentwicklung des ÖPNV.
Die Mittagspause konnte in einem schattigen Waldstück auf dem Gelände des Naturfreundehauses Forchheim verbracht werden. Wams Küche lieferte ein delikates Zwei-Gänge-Menü, das auf den Bänken der sehr hilfsbereiten Naturfreunde im kühlen Schatten hoher Bäume verzehrt werden konnte.
Auf der vierspurig ausgebauten B 36 sicherte die Polizei zusammen mit den Ordnern der TdN den Radlern die rechte Fahrspur. So gelangten die 150 Teilnehmer an den Rand der Innenstadt. Dann ging es in Richtung Schloss. Der Grundriss dieser auf dem Reisbrett entworfenen Stadt spiegelt den Herrschaftsanspruch des Absolutismus wider: Die großen Straßen führen allesamt sternförmig auf das Schloss zu, in dem der Herrscher, der Großherzog von Baden-Durlach, residierte und auf „seine“ Stadt zu „schauen“ wünschte.
Im Schlosspark lud das TdN-Orchester zu einer musikalischen Aufführung ein. Zu hören waren irische Tänze, die einige Tourteilnehmern*innen zum Mittanzen aufforderten und manche Zuhörer zu Zuschauern machte. Vorgeführt wurde auch ein Hochrad, das die Weiterentwicklung der Drais’schen Laufmaschine darstellt. Dieses erste „Fahrrad“ wurde vor 1818 – also vor zweihundert Jahren – von dem Karlsruher Forstbeamten Karl von Drais der Öffentlichkeit vorgestellt.
Eine architektonisch sehr eindrucksvolle Unterkunft erwartete die Tourteilnehmer*innen als Quartier. Im Parzival-Zentrum wurden die Turnhalle und der Gymnastiksaal sowie der Schulgarten zur Verfügung gestellt. Dieses Zentrum folgt den Grundgedanken der von Rudolf Steiner in den 1920er Jahren begründeten, sogenannten Waldorfpädagogik und umfasst allgemeinbildende, berufsorientierte (Werkrealschule) und förderpädagogischen Schulformen sowie eine Kindertagesstätte.
Tag 9: Auf den Karlsruher Spuren von Karl Drais, dem Erfinder der Laufmaschine
Der neunte Tag der Natur war ein – hochsommerlich warmer – Exkursionstag. Die meisten Tourteilnehmer*innen schlossen sich einer mit interessanten Beiträgen ergänzten Fahrt in die Karlsruher Innenstadt an, die zu einigen bedeutsamen Orten des Wirkens und Nachwirkens von Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn (* 29. April 1785 in Karlsruhe; † 10. Dezember 1851 ebenda) führte. Als historischer, lokalpolitischer und fahrradtechnischer Experte führte Martin Hauge mit kabarettistischem Humor zum Ehrengrab, zum einstmaligen Wohnhaus und zum Ehrenmal von bzw. für Karl Drais.


Für die Fortbewegung nutzte Martin Hauge seinen originalgetreuen Nachbau der Drais’schen, nunmehr 200 Jahre alten Laufmaschine, mit dem er fast 20 km/h schnell den radelnden Tourteilnehmer*innen voraus „lief“. Auf dem seinerzeitigen technischen Nachfolgemodell, dem Hochrad, waren Geschwindigkeiten dieser Größenordnung kaum zu erreichen und Abfahrten ein hochriskantes Unternehmen. Erst das Tretkurbel-Ketten-angetriebene Niedrigrad der 1880er Jahre brachte jene technische Steigerung, die noch immer die Grundkonstruktion unserer heutigen Fahrräder bestimmt und dessen Rahmen das Grundkonzept von Drais wieder aufnimmt.
Der Forstbeamte Drais erfand nicht nur das Laufrad, sondern auch das Rechnen mit zwei Grundzahlen (0,1; binäre Addition und Subtraktion) sowie eine Schnellschreibmaschine mit 4×4 Tasten sowie ein Notenschriftmaschine, die die Klaviatureingabe aufzeichnete. Weniger bekannt ist, dass er die Badische Revolution von 1848/49 und damit die Demokratiebewegung im Deutschland seiner Zeit (Deutscher Bund) engagiert unterstützte. In Zeitungsannoncen zeigte er dies öffentlich an und unterstrich seine politische Überzeugung durch das Ablegen seines ererbten Adelstitels. Diese Aktion brachte ihm Verleumdungen und einen tätlichen Angriff ein. Karl Drais war somit mehrfach seiner Zeit voraus: als Wissenschaftler und Erfinder ebenso wie als politisch engagierter Bürger. Umso mehr erstaunte die Tourteilnehmer*innen, dass sich seine Heimatstadt Karlsruhe doch recht schwer damit tut, dass ihren weltberühmten „Sohn“ stärker zu würdigen.
Die Mittagspause fand im Botanischen Garten der seit einigen Jahren KIT (Karlsruhe Institut für Technologie) genannten, um Helmholtz-Forschungsinstitute erweiterten Universität statt. Der Essenstransport vom Quartier aus hierher wurde mit den Lastenfahrrädern bewerkstelligt – eine kleine, erfolgreiche Premiere für den Einsatz dieses umweltfreundlichen Transportmittels. Unverständlich für die Tourteilnehmer*innen: Dass das KIT beabsichtigt, den Botanischen Garten mit den Gewächshäusern und den dort herangewachsenen exotischen Pflanzen, kurzum: alles, was über viele Jahrzehnte hier gewachsen ist, aufzugeben, um hier Forschungs- und Lehrgebäude zu errichten. Eine solche Oase in der Kernstadt soll verschwinden?
Der Nachmittag und Abend im Quartier standen für Workshops und Bildungsveranstaltungen zur Verfügung. So informierte eine Lehrerin des Parzival-Zentrums über das bereits in mehreren Kriegsgebieten und in Deutschland bei schwergradig traumatisierten (Flüchtlings-)Kindern erprobte Konzept der „Notfallpädagogik“. Großes Interesse fand der Abendvortrag von Harry Bloch (Grüne) über die atomindustrielle Technologieforschung im KIT. Es ist kaum zu glauben: Im JRI (Joint Research Institute; früher: Institut für Transurane) des KIT wird die vierte, „künftige“ Generation von Atomkraftwerken entwickelt. Ziel ist es, kleine, insbesondere rasch abschaltbare Atomkraftwerke zu bauen, die relativ wenig längstlebige radioaktive Isotope produzieren – also eine in zwei zentralen Merkmalen weniger gefährliche Alternative zu den bisherigen Technologien. Der Nebeneffekt ist jedoch erschreckend: Diese Technologie generiert waffenfähiges Uran. All dies findet statt in dem deutschen Bundesland mit einer grünen Landesregierung, die diese u.a. auch mit erheblichen Plutonium-Mengen arbeitenden Forschungseinrichtungen genehmigt. Selbst auf der Ebene der schwarz-roten Bundesregierung erstaunt eine solche Lage: Immerhin hat diese den gesetzlich festgelegten Ausstieg aus der Atomenergie herbeigeführt!
Protest mit Musik und Theater gegen AKW Philippsburg
Heute ging es von Karlsruhe über Philippsburg nach Heidelberg. Auf dem Markt in Philippsburg gab es nicht nur das erprobte Aktionstheater zur Atomwirtschaft, sondern Peter aus Hamburg gab sein selbstgedichtetes Lied, bei dem einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Denn Störfälle sind an der Tagesordnung und auch beim Thema Rückbau und Entsorgung bleibt zu befürchten, dass lieber ein möglichst billiger und nicht der sicherste Weg eingeschlagen wird. (Für alle, die Peter nicht lauschen konnten: klicke auf das Bild!)


Kostproben der Kundgebungen in Philippsburg, Hockenheim und Heidelberg
- Peter aus Hamburg mit seinem Lied gegen das AKW Philippsburg (8. August, Marktplatz Philippsburg)
- Peter mit einem Lied über den Klimawandel (8. August, Hockenheim)
- Rede von Dieter Teufel vom Umweltprognose Institut (9. August auf dem Universitätsplatz Heidelberg)
Live dabei zu sein, ist natürlich unvergleichlich, denn die Atmosphäre, die Gespräche am Rande und das ganze Drumherum runden die Kundgebungen
Tag 10: Von Karlsruhe nach Heidelberg: Ein Besuch beim AKW Philippsburg und beim Motodrom in Hockenheim
Zehnter Tag der Tour den Natur 2017. Regenschauer waren angesagt – und blieben aus. Eine Strecke von 66 km war zu radeln, was die 130 Radler mit mehreren Pausen gut bewältigten.
Die direkte Zufahrt zum AKW Philippsburg war der TdN untersagt worden. So gab es stattdessen den Blick auf die beiden sehr hohen Kühltürme und eine Protestveranstaltung auf dem Marktplatz von Philippsburg.



Block I des Kernkraftwerks ist bereits außer Betrieb genommen und soll abgerissen werden. Es bleibt „unter anderem“ aber noch ein „kleines“ Problem zu lösen, für das es bislang wohl keine Lösung zu geben scheint. Mehrere Brennstäbe in Block I waren und sind geborsten und konnten nicht außengelagert werden. So verbrachte man diese in Block II, dessen Restlaufzeit noch bis 2022 andauert. Aber wie demnächst oder spätestens dann diese strahlungsintensiven Objekte „entsorgt“ werden können, ist „unklar“. Hier scheint ein nicht erwarteter „Störfall“ vorzuliegen, der es auf nicht absehbare Zeit unmöglich macht, das Reaktorgefäß von Block II außer Betrieb zu nehmen. Im Übrigen wird auch für dieses AKW gelten, dass die Entsorgung der hochradioaktiven Teile und der Abriss der Gebäude eine größere Strahlungsmenge freisetzen werden, als während der gesamten Betriebszeit aufgekommen ist. Das sind wirklich schlechte Nachrichten für die Region und massivste Argumente gegen die Nutzung der AKW-Technologie. Das AKW wird von EnBW betrieben und befindet sich somit im Besitz des Bundeslandes Baden-Württemberg.
Für die Mittagspause war die TdN eingeladen, auf den Wiesen des Anglervereins am Ufer des Freyer-Sees bei Philippsburg zu lagern. Das „Wegschauen“ konnte hier geübt werden: Die Kühltürme des AKW sind gut sichtbar und stören das schöne Bild, das dieser idyllische See dem Betrachter bietet.
Am Nachmittag besuchte die TdN die Stadt Hockenheim. Auf dem großen Marktplatz sprach zunächst Adolf Härtler, Mitglied der Fraktion der Grünen im Kreistag, über die Entstehung und den Umbau des sog. Hockenheimrings. 1932 wurde diese Automobilrennstrecke als „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ erbaut. Späterhin erhielt sie den Namen „Motodrom“ und diente unter anderen auch als Formel-I-Rennstrecke. Der Umbau der Gesamtanlage erfolgte in den 2000er Jahren und sollte deren Attraktion für Besucher ebenso steigern wie die Sicherheit der Rennfahrer. So wurden 32 Mill. Euro investiert – auch, um beträchtliche Baumbestände am Rande der Strecke abzuräumen, was erstaunt, den das Motodrom liegt mitten in einem „Waldschutzgebiet“. Das „Ende“ des Motodroms ist wohl schon 2018 erreicht; die nachfolgende, sinnvolle Umnutzung stellt die Stadt vor eine anstehende Großaufgabe. Mit einem kleinen Theaterstück erinnerten anschließend einige Tourmitglieder an die geniale Erfindung von Karl Drais, dessen Laufrad (und das Fahrrad als Nachfolger) die Energieeffizienz von Automobilen bei weitem überbieten.
Am Motodrom entlang ging es weiter in Richtung Heidelberg, wo die dortige Waldorfschule der TdN ein sehr ansprechendes Quartier bot.
Am Abend feierte die TdN ihr „Draisfest“ in der Mensa der Waldorfschule – mit zwei Musikgruppen, einer szenischen Darbietungen von Martin Hauge zum Lebenswerk von Karl Drais und mit fröhlichem Volkstänzen.
Tag 12: Aktion Mannheim 1817 – 2017: Mit improvisierten Laufmaschinen über die originale Draisroute
Regen, Regen, Regen – so sah das Wetter heute auf der Strecke von Heidelberg nach Mannheim aus. Von den 120 Tourteilnehmer*innen schwangen sich immerhin 35 unverdrossene noch einmal auf die Räder und fuhren zum Mannheimer Schloss. Hier bauten sie ihre Räder zu Laufmaschinen um: Pedalen abgeschraubt und Sattel tiefer gestellt, damit wir so wie Karl Drais auf seiner Laufmaschine fahren konnten. Vom Schloss fuhren wir die richtige historische Route der ersten Ausfahrt der Draisschen Laufmaschine im Jahr 1817 bis nach Neckarsau. Die Demonstrationsgruppe erregte einige Aufmerksamkeit bei den Passant*innen. Und wir danken nicht nur Karl Drais für seine Laufmaschine, sondern auch allen denjenigen, die die Pedale, die Gangschaltung und diverse andere angenehme Dinge für das Fahrrad erfunden haben!



Tag 13: Von Mannheim nach Kaiserlautern:
Durch die Vorderpfalz und über den Pfälzer Wald zum US-Armeestützpunkt Ramstein
Freitag, 11.08.: 13. Tag der Tour de Natur 2017. Die Radler*innen starteten vom schönen und sehr geräumigen Quartier in der Waldorfschule Mannheim (eine zweizügige Schule) bei etwas besserem Wetter als am Tag zuvor. Nur wenig Regen war angesagt – für den Vormittag.
Der erste Infoaufenthalt fand am Berliner Platz in Ludwigshafen statt. Diese Stadt hat seinerzeit die wohl konsequenteste Umsetzung der Idee „autogerecht“ erfahren. Heute lassen sich die Konsequenzen dieser fatalen Fehlplanung deutlich sehen: wenig attraktive Einkaufsstraßen in Nachbarschaft zu zwei Hochstraßen, deren Sanierungsbedarf immense Kosten verursacht; ein aus der Innenstadt herausverlegter und deshalb zu wenig frequentierter Bahnhof. Aber es gibt auch eine gelungene Investition: einen neuen S-Bahnhof mit Bus- und Straßenbahnverknüpfung am zentralen Berliner Platz. Dieter Teufel vom UPI (Umwelt-Prognose-Institut) Heidelberg informierte über den hier umgesetzten Irrweg deutscher Stadtplaner.



Am späten Vormittag erreichte die Tour die ersten „Weinfelder“, die vollmechanisiert bewirtschaftet werden – Wein„berge“ sind dies nicht. Gleichwohl: In der Pfalz, dem größen Weinbaugebiet Deutschlands, gibt es auch viele Bio-Winzer.
Dann begann der „Aufstieg“ durch den Pfälzer Wald, der im Verlauf der Bundesstraße nur moderate Steigungen bietet. Der einsetzende Regen war hingegen weniger angenehm. Da die Route entlang der Bahnstrecke verlief, konnte an etlichen S-Bahnstationen auf den Zug umgestiegen werden. In Kaiserslautern waren dann 73 km Strecke bewältigt, also ungefähr 20 km mehr, als üblicherweise auf der TdN geradelt werden. Gern bezogen die Radler*innen als Quartier mehrere Klassenräume in der Franziskus-Schule, die im Stadtzentrum gelegen ist. Warme Duschen und ein leckeres Abendessen beförderten rasch das Wohlbefinden.
Tag 14: Ramstein bei Kaiserlautern: Relaisstation für die sog. Drohnenkriege des US-Militärs
14. Tag der Tour de Natur 2017. Am Vormittag beteiligte sich die TdN an einer Kundgebung, die die „Pfälzer Initiative: Entrüstet Euch!“ auf dem Stiftsplatz im Zentrum von Kaiserslautern veranstaltete. Conny Burkert-Schmitz von der Initiative begrüßte die TdN und erläuterte den Zusammenschluss zahlreicher Initiativen der Friedensbewegung, die sich allesamt für die Beendigung militärischer Interventionen und kriegerischer Konflikte in der Welt einsetzen. Ramstein steht wie ein Symbol für den Militarismus: Hier befindet sich der größte Truppenstützpunkt der USA außerhalb ihres Territoriums und damit zugleich die bedeutendste Logistikeinrichtung für die militärischen Aktivitäten der USA in Europa, Asien und Afrika.

Danach schilderte Reiner Braun von der Initiative „Stopp Air Base Ramstein“, welche Größenordnung dieser Truppenstationierungsbereich im Pfälzer Wald erreicht hat. Ungefähr 50.000 Personen sind hier stationiert bzw. als Angehörige vor Ort. Die Immobilienwirtschaft in der Region Ramstein und Kaiserlautern profitiert sehr von einem solchen Reservoir an Mietinteressenten; gleiches gilt für die Automobilbranche und für einige Geschäfte. Für den Aufbau und den technischen Betrieb der Militäreinrichtungen werden jedoch kaum mehr deutsche Auftragnehmer genommen, angeblich wegen Sicherheitsrisiken. Der „Wirtschaftsfaktor“ US Air Base hat kontinuierlich an Bedeutung verloren. Demnächst wird mit dem Neubau eines Militärkrankenhauses begonnen. Das riesige Kostenvolumen von immerhin 1 Milliarde Euro geht überwiegend an US-amerikanische Firmen. An dieser Investitionssumme ist die Bundesrepublik übrigens mit 120 Millionen Euro beteiligt.
Zum Abschluss der Kundgebung führte die Theater- und Orchestergruppe der TdN ihr szenisches Spiel „Der Todesengel“ auf. So entfaltete sich ein zutiefst eindrucksvolles Bild. Zu den ruhigen und fast sphärischen Klängen des Pachelbelschen Kanons tanzen mehrere Paare. Ein Engel, dessen Flügel zwei Gewehre bilden, durchschreitet diese Menschengruppe und bestimmt mit stummer Geste die Männer, seinem Befehl zu folgen und in den Krieg zu ziehen. Verzweifelt und klagend trennen sich die Paare; Begeisterung ist bei einem anderen Paar zu sehen. Die Männer marschieren – bis ein Knall ihrem Marsch und Leben ein jähes Ende setzt. Aus dem Hintergrund kommt eine zarte Melodie: „Sag mir, wo die Blumen sind“, das wohl bekannteste Anti-Kriegslied. Der Todesengel schaut ernst und ohne jedwede Anteilnahme auf das Geschehen. Vielleicht können nur mit dieser Haltung Kriege geplant und durchgeführt werden.
Am späteren Vormittag startete die TdN auf die 20 km lange Strecke nach Ramstein. Der Duffield Circle ist ein Kreisverkehr an der größten Zufahrtsstraße nahe am Eingangstor der Air Base; hier gab es einen Info-Stopp. Reiner Braun informierte zu den militärischen Aktivitäten auf der Militärbasis. Die US-Drohneneinsätze werden vorgeschlagen von militärischen Informanten in den Einsatzgebieten; die Beschussentscheidungen werden im Gefechtszentrum in den USA veranlasst und technisch in Flugsteuerung umgesetzt; diese technische Signalsteuerung muss dann in Ramstein als Relaissteuerung bestätigt werden und wird dann an die Einsatzdrohnen weiter geleitet. Schätzungen gehen davon aus, dass das US-Militär bislang insbesondere im Irak, in Syrien, Afghanistan, Libyen, Somalia und Jemen ca. 16.000 Personen getötet hat. Davon waren 80% Zivilpersonen! Für diese Tötungen gab und gibt es keinerlei Rechtsgrundlage. Nicht nur das Völkerrecht steht dagegen, sondern auch unser Grundgesetz, das explizit kriegerische Handlungen auf deutschem Boden ohne Kriegserklärung verbietet. Eine heikle Frage richtet die TdN deshalb an die Bundesregierung und die Parteien: Warum wird nichts unternommen, um diese kriegerischen Aktivitäten auf deutschen Territorium festzustellen und zu beenden?
In die Gesamtbilanz der Wirkungen dieser Militärbasis müssen jedoch noch weitere Effekte einbezogen werden. Der direkt über die Stadt Kaiserslautern verlaufende Flugverkehr der Air Base verursacht eine enorme Lärmbelastung. Die Air Base Ramstein fungiert auch als Schaltzentrale für die in Europa stationierten Atomraketen der Nato, damit auch für die auf der einzigen Abschlussbasis in Deutschland in Büchel (Pfalz) stationierten. Hierdurch wird diese Region zum primären Ziel für die gegnerische Seite. Man stelle sich das vor: ein Gegen- oder Erstangriff mit Atombomben vernichtet Ramstein, Kaiserslautern, die Pfalz …
Auf dem Marktplatz von Ramstein fand am Nachmittag das von der TdN unter Mitwirkung der „Pfälzer Initiative: Entrüstet Euch!“ vorbereitete Friedensfest statt. Vielfältige Aktivitäten belebten den Platz: Musik, Bühnen- und Puppentheater, Gestaltung eines Friedensplakats, Basteln von Kranichen (Symbol der Friedensbewegung in Japan) sowie Strategien friedlicher Konfliktlösung („Fishbowl“ als besondere Variante der Gruppendiskussion) und Möglichkeiten der Friedenserziehung (kooperative Spiele). Die Küche der TdN lud zu einem veganen Essen ein, denn auch die Gewinnung von und -Versorgung mit konventioneller Nahrung ist weltweit mit erheblichen Konflikten bis hin zu Kriegen verknüpft.
Zum Abschluss fasste die TdN ihre Forderungen nochmals zusammen: Friedliche Konfliktlösung statt immer neuer Kriegseinsätze; Stopp den völkerrechtswidrigen Drohneneinsätzen! Wer kann dem eigentlich nicht zustimmen?
Ein paar Gedankensplitter
Selbstverständlich fahre ich meine dritte Tourdenatur mit. Über eine Woche bin ich schon mit großer Freude, und auch mit Erschöpfung dabei, denn wir hatten etliche heiße Tage, ich meine jetzt die Temperatur.
Hier ein paar Gedankensplitter:
Wie ist es eigentlich mit der Pünktlichkeit? Geht es eigentlich pünktlich los mit so vielen Radlern? Na ja, so ungefähr schon.
Fragt mich eine Mitfahrerin bei einem Stopp: Weißt du, wann wir wieder los fahren? Ich blicke zur Uhr und sage „Ich glaube bald“. Da müssen wir beide herzlich lachen, denn es trifft irgendwie ins Schwarze.
Ich habe mir vorgenommen, bei dem Hallen-säubern mit zu helfen. Wenn wir unsere Gastgeber, meistens Schulen, verlassen, müssen sie sauber und besenrein sein. Um 9 Uhr soll die Halle leer sein, denn um 9.30 Uhr wollen wir pünktlich (?!!) los. In Freiburg sind wir zwei Nächte geblieben und bei all unserer Kreativität konnte ich mir nicht vorstellen, wie das möglich sein sollte. Bastelarbeiten im Vorraum und andere Dinge, die recht chaotisch und irgendwie doch liebevoll herumlagen, so etliche gefaltete Origamikraniche, aber auch Handys, Handtücher etc. Wie gut, dass es eine Fundkiste gibt.
