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Endspurt zur Tour 2019!

Strecke der Tour 2019Nur noch gut zwei Wochen sind es bis zur Tour de Natur 2019! Anreise ist bereits am 19. Juli möglich und am 20. Juli schwingen wir uns auf die Räder ...

Wir haben inzwischen wirklich alle Quartiere fest (uff!!!) und basteln nur noch an dem einen oder anderen Detail. Alles andere hängt von dir und den anderen Mitradelnden ab!

Nach Wochen und Monaten des Planens (6 Wochenendtreffen, gefühlten 100h Telefonkonferenzen, ewigem Hinterhertelefonieren bei Behörden und Mailschreiben und Haare raufen:-) freuen wir uns auf dich und alle, die mitradeln möchten, ob eine Etappe oder die ganze Tour. Damit wir eine ungefähre Ahnung haben, wie viele kommen und Wam immer schön genügend Vorräte zum Kochen, melde dich am besten an. Falls du spontan nach Wetterlage entscheiden möchtest, dann komm gern einfach dazu!

Klimakrise und Klimaschutz zieht sich als roter Faden durch diese Tour, das Thema brennt nicht nur uns, sondern immer mehr Menschen unter den Nägeln!

Dann bis ganz bald ;-)

Ostern im Wendland: Strecke machen!

Osterhase vor der Beluga am Eingang zum Erkundungsbergwerk GorlebenVier wunderschöne Ostertage und eine phantastische Region zum Fahrradfahren! Die besten Voraussetzungen zum Abradeln der Tourstrecke in der Göhrde und im Wendland. Gestartet sind wir vom Bahnhof Dahlenburg zur B 216 und haben einen Großteil der Etappe bis zum voraussichtlichen Übernachtungsort Hitzacker und dann die nächste Fahretappe über Dannenberg, die Castorstrecke und Gedelitz nach Gorleben abgefahren.

Abfahren heißt nicht nur einmal die Straße lang und die Entfernung aufnehmen, sondern auch mögliche Mittagsplätze erkunden. Hier ein toller Biohof in einem verwunschenen Örtchen, dort ein Gasthof am Brennpunkt des Widerstands. Außerdem bedarf es für die 120-150 großen und kleinen Teilnehmer*innen auch der einen oder anderen Pause zwischendrin, wofür ebenfalls geeignete Plätze gesucht werden. Dann natürlich schauen, ob die Straße nicht zu eng oder zu uneben ist und noch vieles mehr.

Ein Höhepunkt war die Erkundung für die Aktion am Erkundungsbergwerk Gorleben, von den Einheimischen gern "der Schwarzbau" genannt. Das Bergwerk soll zwar eigentlich zurückgebaut werden, ist aber immer noch das am besten erkundete und ausgebaute mögliche Atommüll-Endlager. Und daneben lagern schon 113 Castoren in der sogenannten "Kartoffelscheune" (ist nämlich ungefähr so sicher) und dahinter ragt das Gebäude der Konditionierungsanlage über den Kiefernwald. Aber selbstverständlich wird es bei der anstehenden Standortauswahl ein ergebnisoffenes Verfahren geben - ein Schalk, wer böses dabei denkt!

Mittwoch, 01.08.2018: Zwölfter Tag der Tour de Natur – von Halle nach Pödelwitz (70 km)

So kann ein Tag gut beginnen: Frühstücksmüsli von Zain, pünktlich präsentiert um 8 Uhr. 

 

Die Ausfahrt aus Halle verlief etwas stockend. Es ist nicht einfach, eine solch große Gruppe von Radfahrern durch jene Straßen zu lotsen, in denen Straßenbahngleise recht nah zum Hochbord liegen. Hier muss dann in Einzelreihen gefahren werden, was durch das Einfädeln wiederum ,Stau‘ für die Radler verursacht. 

Ausfahrt aus Halle über die Magistrale (Foto von live-portraits, kassel)

 

Es gab auch mehrere kleine Malheurs, die aber allesamt glimpflich verliefen. Das Radeln in der Großgruppe verlangt doch beträchtliche Konzentration, um das Auffahren zu vermeiden. Insbesondere darf man nicht sofort abbremsen, wenn man zum Beispiel einen Gegenstand verloren oder eine Panne hat. Auch dafür gibt es eine Regel, an die morgens erinnert wird: die Schlussfahrer sammeln alles auf bzw. helfen, wenn man am Rand wartet.

Das Wetter war gut fürs Radeln, also warm, aber nicht heiß. Die Tour radelte nun in Richtung Süden und konnte sich somit in dem weiten Tal der Saale umschauen, das bei Leuna eine riesige Industrielandschaft ist und schon zu DDR-Zeiten war, in der es damals mehrere Zehntausend Arbeitsplätze gab, von denen nach der Wende nur noch ein Bruchteil bestehen geblieben ist. Spektakulär war der Verkauf der Raffinerieanlagen an den französischen Konzern Elf, für eine D-Mark. 

Dienstag, 31.07.2018: Elfter Tag der Tour de Natur – Exkursionstag in Halle

 

Der Aufenthalt in Halle umfasste zwei Tage. An dem heutigen zweiten Tag fanden mehrere Exkursionen und Workshops statt. Und das alles bei ca. 36 Grad im Schatten, also bei bestem Wetter, aber vor allem dann so empfunden wurde, wenn man sich im Schatten aufhalten konnte.

Um 10 Uhr startete die Exkursion zum Umweltzentrum Franzigmark, das oberhalb der Saale zwischen Halle-Trotha und Brachwitz liegt. Maud arbeitet als Biologin in diesem Zentrum und führte uns durch diese faszinierende Heidelandschaft, die eine besondere Vegetation aufweist. Der karstige Untergrund, die geringen Niederschläge und die Beweidung mit Schafen und Ziegen lässt große Trockenrasenflächen entstehen und bestehen, also eine Kulturlandschaft. Hier wachsen angepasste Pflanzen, die wiederum als Wirte für Schmetterlinge und andere Insekten fungieren.

Fahrt hinein in die Franzigmarker Heide

 

Bei unserer Rundfahrt bzw. dem Rundgang durch das weitläufige Gelände gab es immer wieder Freudenäußerungen, wenn die eine oder andere Pflanze wiedererkannt wurde bzw. einige der zuvor beschriebenen Schmetterlinge identifiziert werden konnten. Und es gab in diesem stark hügeligen Gelände auch einige Stellen, von denen man einen herrlichen Weitblick hat.

Blick über die Heide und das Saaltal bei Wettin

 

Montag, 30.07.2018: Zehnter Tag der Tour de Natur – von Röblingen nach Halle (55 km)

Die Tour de Natur startete heute schon morgens bei höchstsommerlicher Hitze. In Richtung Saale verlief die Strecke, auf der ein etwas längerer Anstieg zu bewältigen war. Auf der Anhöhe angelangt gab es einen Info-Halt in den Feldern zur dort geplanten Trasse der A 143. Solch ein Halt in praller Sonne ist nicht gerade angenehm, aber gleichwohl interessant. Die Tourteilnehmer erfuhren, dass genau hier durch diese Feldmark, die ohne intensive Landwirtschaft inklusive Düngereinbringung eine Heidefläche wäre, die Autobahntrasse gebaut werden soll. Die Kosten für das nur 12 km Streckenstück liegen zwischen 250 und 340 Millionen Euro. Können wir uns das vorstellen: Für einen (in Zahlen: 1) Kilometer vierspurige Straße, deren Notwendigkeit mehr als fraglich ist, sollen 25 Millionen Euro ausgegeben werden? Das sind ungefähr die Kosten von zwei größeren Schulen oder vier großen Kindertagesstätten. Anstatt also 50 große Kitas zu finanzieren, sollen schützenswerte Muschelkalkhänge überbaut werden und Ackerflächen wie diese, auf der sich die Tour just befand, verschwinden. Wenn man hier steht und Radfahrer ist, kann man sich solch ein Vorhaben nur als Irrsinn erklären. Die Bürgerinitiative gegen diesen Autobahnbau wollte zusammen mit dem NABU ein Klageverfahren durchhalten, aber jener Naturschutzverband ist ausgestiegen, weil er die Klage für aussichtslos hält. Die Auflagen des Naturschutzes würden hinreichend erfüllt. Ist das nicht auch Irrsinn? Jetzt läuft eine private Klage wegen Geschäftsschädigung eines Unternehmers, der im Baugebiet eine Rohstofffirma (Förderung von Kaolin, Rohstoff für Porzellan) betreibt.

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