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Verkehrte Welt - welche Gründe eine Demo auf der noch nicht eröffneten A4n verbieten

Protest der Tour de Natur auf der A44Zwischen Kerpen und Düren wartet die A4n fix und fertig und sechsspurig ausgebaut auf ihre Eröffnung. Denn der riesige Tagebau Hambach, der sich wie eine Krake in die Landschaft frisst und Dörfer wie Wälder verschwinden lässt, macht auch nicht vor der Autobahn A4 halt. Da die Politiker entschieden haben, dass der klimaschädliche und menschenfeindliche Braunkohleabbau für das Allgemeinwohl immens wichtig sei (mal ganz abgesehen von den Profiten für RWE), wurde der betroffene Autobahnabschnitt für sage und schreibe 192 Millionen Euro neu gebaut. RWE wird an den Kosten "anteilig beteiligt", allerdings wird verschwiegen, wie hoch denn der Anteil ist. Das lässt stark vermuten, dass die Beteiligung von RWE an den Kosten eher als politisches Feigenblatt fungiert.

Klimacamp - der Ort steht fest - und auch die gemeinsamen Aktionen mit der Tour de Natur am 30. Juli!

Zirkuszelt Das Klimacamp hat seinen Platz gefunden und das war auch höchste Eisenbahn. Denn parallel zur Tour startet das Protestcamp gegen den klimaschädlichen Braunkohleabbau am Samstag 26. Juli (am Laheypark/Holzweiler).

Wir radeln auf der Tour de Natur am 30. Juli zum Klimacamp.

Die KlimacamplerInnen verstärken den Demozug bis nach Borschemich. Das Geisterdorf wird am Nachmittag mit einem bunten Straßenfest zu Leben erwachen. Alle Menschen aus nah und fern sind herzlich eingeladen, zwischen 16 und 19 Uhr vorbeizuschauen! Das "Tour-Orchester" wird aufspielen, es wird Straßentheater geben und die Möglichkeit, seine Wünsche für den Erhalt der Region und gegen Abbaggerung an die Landesregierung zu richten. Die Tour de Natur wird diese Wünsche nach Düsseldorf mitnehmen und am 1. August direkt am Landtag übergeben.

Doch zuvor gibt es im Klimacamp am 30. Juli um 20 Uhr eine Diskussion mit Niko Paech, Friederike Habermann und dem Publikum unter der Fragestellung: Wie muss eine Wirtschaft aussehen, die ohne Kohlestrom auskommt?

Am nächsten Abend in Düsseldorf haben wir Dirk Jansen vom BUND als Referenten gewonnen, der mit uns über die "Kohle- und Klimapolitik in NRW" diskutiert (31. Juli, 19:30 Uhr im ZAKK). Beide Veranstaltungen sind für alle Interessierten offen!

Es wird ein heißer Sommer!

Ökodorf Brodowin braucht Hilfe

TeilnehmerInnen der Tour 2012 besuchen den KuhstallDas Ökodorf Brodowin ist ein idyllisches Fleckchen Erde in der Uckermark am Rande des Biospärenreservats Schorfheide-Chorin. Dort haben Menschen mit Herzblut und Schweiß nach der Wende einen komplexen Öko-Betrieb aufgebaut, von Ackerbau über Molkerei und Café. Gerade für die Tierhaltung wichtig: Brodowin wirtschaftet nach den strengen Richtlinien des Demeterverbandes. Unter anderem aktiv in der Jugendumweltbildung bereichert das Ökodorf die Region. 2012 hat die Tour de Natur hier Mittagsrast eingelegt. Die TeilnehmerInnen konnten viel über Brodowin erfahren und sich selbst ein Bild machen - auf einer Runde durch das Dorf. Es begeisterte und machte Mut, selber etwas neues zu schaffen!

Jetzt brauchen die Brodowiner unsere und deine Hilfe: Ende Juni hat ein heftiger Brand die Lagerhallen und den gesamten Vorrat an Stroh und Getreide vernichtet. Deshalb kommt aus Brodowin die Bitte um schnelle finanzielle Unterstützung - als eine Art zinslosem Darlehen. Im Gegenzug darf mensch an dem teilhaben, was Brodowin erzeugt - in Form von Warengutscheinen!

Eine schöne Idee, bei der hoffentlich viele Menschen mitmachen. Wir drücken den Ökodörflern in Brodowin die Daumen!

Mit der Familie auf Tour

Über 5000 RadlerInnen auf der Sternradtour DüsseldorfFrühlingssonne bringt Vorfreude auf den Sommer und die Tour de Natur. Schnell werden die Fotos von der letzten Tour de Natur vorgekramt: Auffällig bereits auf dem ersten Blick ist der große Anteil an Familien mit Kindern - vom Baby- bis zum Teenageralter.

Einige sind schon altbekannte Tourhasen, wie unsere 2 Marburger mit ihren 3 Kindern (7, 5 und 2 Jahre alt). Seit 1998 bzw. 2000 sind sie dabei.

Gerade mal war Liselotta * 5 Wochen alt, da stellte sie schon den Rekord als jüngste Teilnehmerin auf! Zusammen mit ihren jüngeren Brüdern ist sie immer noch mit Begeisterung bei der Tour de Natur dabei, denn hier findet sie viele Spielgefährten und immer neue spannende Orte zum Entdecken.

Auch die mitradelnden Jugendlichen haben viel Spaß miteinander, sprinten gern mit der „Schnippelgruppe" voran, um das Abendessen vorzubereiten oder machen beim Straßentheater mit. Die Eltern haben währenddessen Zeit zum Austausch und für „Erwachsenenthemen".

Ein immer gern diskutiertes Thema ist der fahrbare Untersatz. Nirgendwo gibt es so viele interessante Fahrräder auf einem Haufen, deren BesitzerInnen gern über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Technik fachsimpeln. Zu bestaunen sind auch Kinder-Transportmittel aller Art - vom Kinderanhänger über das „Trets" bis zum „FollowMe".

Spurensuche im Rheinischen Revier

Radfahrer vor BraunkohlebaggerDie nächste Tour de Natur rückt näher, deshalb ging es zu Ostern ins Rheinland, ein Stück Strecke abradeln.

Braunkohle ist klimaschädlich. Sicher, das ist sie. Und wie schlimm die Folgen des Klimawandels sind, das ist uns eigentlich auch bewusst. Aber das ist weit weg. Aber wie viel Zerstörung sie vor Ort hier mitten in Deutschland anrichtet, das ist den meisten von uns überhaupt nicht klar. In seinen gigentischen Dimensionen lässt sich das erst so richtig ermessen, wenn man sich vor Ort auf die Spur der Braunkohle begibt.

Also begeben wir uns von der S-Bahn-Station Buir über die gerade verlegte Autobahn nach Morschenich zu den Widerständlern am Hambacher Forst. Hier herrscht nicht nur buntes Campleben, sondern vor allem der starke Willen, sich gegen RWE für den Erhalt des Hambacher Forsts einzusetzen. Sicherheitsleute von RWE umrunden mit weißen Geländewagen das Camp und beobachten argwöhnisch das Treiben.

Weiter zum Tagebau. An einem hübsch gemachten Ausguck bietet sich ein weiter Blick über den Tagebau Hambach - von der aufgeschütteten Sophienhöhe bei Jülich bis zu den gefräßigen Baggern, die sich Richtung Manheim wühlen. Hinter dem riesigen Tagebau stehen vier Kraftwerke, die Wasserdampfwolken und jede Menge Kohlendioxid ausstoßen.

Entlang des Tagebau radeln wir über die Kohlenbahn, auch diese groß dimensioniert. Beim Verladen sehen wir eine Staubwolke, neben den Schienen Kohlenspuren. Kein Wunder, dass die Menschen in dieser Gegend erheblich mehr Atemwegskrankheiten haben.

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