Susanne Timm's blog

Braunkohle gegen Natur: RWE beginnt weitere Rodungen des Hambacher Walds

2014 ist die Tour de Natur durch das Rheinische Braunkohlerevier geradelt, um den Widerstand gegen die Braunkohle zu unterstützen. Wir konnten mit eigenen Augen die Folgen des Braunkohleabbaus sehen und haben mit AnwohnerInnen und AktivistInnen gesprochen.

Gerade jetzt rodet RWE gegen den Widerstand von Aktivisten und gegen jede Vernunft weiter den Hambacher Wald, um noch mehr Braunkohle abzubaggern. Welch ein Wahnsinn, dass RWE hier noch bis 2045 Braunkohle fördern und verbrennen darf! Unsere Solidarität gilt den AktivistInnen, die sich gegen den Energieriesen stemmen - hier der Blogspot zu den aktuellen Ereignissen.

Sehr sehenswert - Doku des WDR "Klimaschützer gegen Stromriesen".

Tagebau Hambach

 

Angekommen in Kiel!

Zur letzten Kundgebung mit den BeltretternMit gut 600 km auf dem Tacho und zahlreichen Erlebnissen im Gepäck ist die Tour in Kiel eingetroffen. Hier warten noch die letzten Umweltthemen - Fracking am Schwedeneck und die feste Fehmarnbeltquerung, gegen die die "Beltretter" mobil machen. Im übrigen ist hier das andere Ende der Autobahn A20, gegen die die Tour in diesem Jahr bereits am Wesertunnel protestiert hat (Es gibt auch ein Video von der Durchfahrt auf Youtube.)

Die letzten Tourtage durch Schleswig-Holstein waren abwechslungsreich. Das Wetter hat sich gehalten und der Wind die RadfahrerInnen zeitweise sogar kräftig geschoben. Alternative Wohnprojekte, Badeseen, eine tolle Abendveranstaltung mit Heiner Monheim und vieles mehr gab es hier im nördlichsten Bundesland.

Bei der Einfahrt nach Kiel waren auch Lastenräder ein Thema. Denn damit lassen sich Möbel von IKEA nach Hause transportieren, Brot für alle 130 RadlerInnen einkaufen oder auch die Technik für einen Filmabend von A nach B fahren. Kostenlose Lastenräder gibt es beim Kieler Tretwerk.

Über die Elbe

Aktionstheater ATomwirtschaft in GlückstadtNachdem gestern die Sonne noch die Herzen der inzwischen auf 160 RadlerInnen angewachsenen Gruppe erfreute, kam über Nacht eine Regenfront. So ging es mit Regenklamotten los - zur Fähre Wischhafen nach Glückstadt. Die versprochene Sicht auf Brokdorf war von Nieselregen verschleiert. Doch die Kundgebung in Glückstadt blieb zum Glück trocken. Was passiert, wenn Atom- und Kohlekraftwerke einspeisen und gleichzeitig der Wind kräftig weht? Dann werden Windräder abgeregelt, obwohl sie eigentlich vorrangig einspeisen dürfen! 1% der erneuerbaren Energien wird so verschwendet, besonders oft wird in Schleswig-Holstein abgeregelt, weil Großkraftwerke wie Brokdorf und Moorburg doe Netze verstopfen.

Nach dem Aktionstheater der Tour, das zeigt, wie die Atomwirtschaft läuft, konnte das Publikum erfahren, wie es mit dem Atommüll im Zwischenlager Brunsbüttel aussieht. Von der anderen Elbseite ist Gabriele Brockhausen angereist, denn dort plant Dow ein neues Kohlekraftwerk.

WEiter ging's nach Brokdorf und nach Wilster, wo wir mit dem Aktionstheater die Passanten und Gäste einer Eisdiele auf unterhaltsame Art und Weise zumn brisante Thema Atomkraft informiert haben.

Zum Abschluss des Tages erreichen wir die Waldorfschule mit einem tollen Gelände - und sogar die Sonne kommt wieder raus.

Watt und Deichlandschaft

Watt bei SonnenaufgangDie letzten beiden Tage haben uns die Landschaft der unteren Elbe und des Wattenmeers näher gebracht. Endlose Weiten bei der Wanderung nach Neuwerk. Spannend war es zu sehen, wie sich Menschen verhalten, die wir nur auf dem Rad kennen. Denn die langsame Fortbewegung zu Fuß entschleunigt doch noch ein Stück mehr!

Um so erschreckender, dass der Ölkonzern Dea diese einmalige Landschaft ausbeuten und im Falle einer Katastrophe zerstören könnte! Deshalb unbedingt dagegen protestieren.

Aber auch die Zurückgebliebenen haben tolle Erfahrungen machen können - zum Beispiel einen Ausflug zum Bürgerbahnhof Cuxhaven. Nichts ist abstoßender für Bahnreisende als einen toten Bahnhof. Deshalb begrüßen wir die Wiederbelebung des Bahnhofs Cuxhaven.

Heute ging es nur weiter die Elbe hinauf, Deiche, Flusslandschaft und am gegenüberliegenden Ufer das inzwischen abgeschaltete AKW Brunsbüttel. Hier waren im Übrigen auch mehrere Kohlekraftwerke geplant, die jedoch alle verhindert werden konnten. Zur Mittagspause in Belum kamen Aktive gegen das geplante Kohlekraftwerk Stade, die über das Kraftwerksprojekt von Dow, aber auch über alle bisher geplanten und zum Glück verhinderten Kohlekraftwerke berichtet haben.

Bergfest der Tour de Natur am Nordseestrand

am WeserdeichGestern war das Wetter gemischt mit Regenschauern am Weserdeich und Sonnenschein ab Mittag. Ebenso gemischt war die Stimmung. Der Demozug ist auf 150 TeilnehmerInnen angewachsen, denn zum Wochenende sind zahlreiche neue Teilnehmer hinzugekommen, aber es haben sich auch schon einige verabschiedet, die in der ersten Tourwoche mitgeradelt sind. Bei schönstem Sonnenschein gab es eine laute und bunte Kundgebung in Cuxhaven mit Protestliedern, Straßentheater und Musik zum Thema Elbvertiefung. Viele Passanten blieben interessiert stehen.

Heute morgen passte das Wetter mit leichtem Regen zur Abschiedsstimmung. Für die einen kommt der Augenblick der Abfahrt, aber es kommen auch ständig neue Menschen hinzu, um die kommende Woche weiter bis Kiel mitzuradeln. Gern kann jede/r mit funktionstüchtigem Rad, Isomatte und Schlafsack ein Stück mitkommen!

Von Cuxhaven geht es Dienstagmorgen weiter, bis dahin gibt es Zeit für Wattwanderungen, Baden, Musik machen, Workshops ...

Inhalt abgleichen