4. Tag TdN 2026, Dienstag, 28.07.: Exkursionen und Workshops in Bad Nauheim

Ein wunderbar warmer Sommermorgen begrüßte mit leckerem Frühstück aus Wam’s Küche die Tourteilnehmer:innen. Der Außenbereich bot viele schattige Sitzmöglichkeiten und den Blick auf die besonderer Architektur auch dieser neugebauten Waldorfschule, die als „organisches Bauen“ bezeichnet wird.

Blick auf das Außengelände und die Schule (Waldorfschule Wetterau)

Am Vormittag fanden sechs Workshops statt:

  • QGis als Tour-Werkzeug (Sebastian)
  • Siebdruck auf T-Shirts (Kati)
  • Für den Frieden – Buchvorstellungen (Silke)
  • Neues aus dem Kohleloch (Tako)
  • Protestsongs selber schreiben (Erik)
  • Neue Gentechnik – Freigabe der EU (Reinhard)

Für die Mittagsverpflegung sorgten wieder Wam und seine drei Mitarbeiter:innen Emmes, Christine und Leila. Ulrich war auch wieder dabei und organisierte die Schnippelgruppe. Mittlerweile ist auf der TdN auch die Subgruppe „Opas gegen rechts“ in ernst zu nehmender Stärke präsent (s. Button auf Ulrichs Jacke; der Fotograph gehört auch dazu).

Wam und Ulrich (mit Button „Opas gegen rechts“)

Am Nachmittag fanden zwei Veranstaltungen statt.

Besuch bei den „Eisenbahnfreunden Wetterau

Paul Walllesch und Lukas Kimpel führten die Gruppe über das Betriebsgelände am DB-Bahnhof Bad Nauheim.

Die vom Verein gekauften Bahntrasse wurde einstmals von der Butzbach-Licher-Eisenbahn befahren und wie leider viele Nebenbahnstrecken in Deutschland in den 1970er Jahren außer Betrieb gestellt.

Strecke der Eisenbahnfreunde Wetterau e.V.

Neben der noch immer in aufwändiger Restaurierung befindlichen Dampflok steht die Diesellok V36, die respektvoll vorgestellt wurde: eine jedenfalls was den riesigen Hubraum betreffe „unkaputtbare“ Lokomotive, deren Emmisionen allerdings gleichfalls einen (Negativ-)Rekord ausmachen. Die Entwicklungsgeschichte stimmt nachdenklich: als Wehrmachtslokomotive entwickelt und nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl in der DDR als auch in der BRD weiter genutzt.

Vorstellung der V60

Exkursion zum Weltacker in Friedberg

Auf dem Areal des Vereins „Weltacker Wetterau“ zeigten mehrere Vereinsmitgliedern den Touries ihr eindrucksvolles Projekt. Der Verein übernahm die Fläche von 2000 qm von einem Rübenbauern, der dieses Feldstück aufgrund dessen Lage nicht mit den modernen Großmaschinen bewirtschaften konnte. Zwei Bauwagen wurden angeschafft und mit der Ackerbewirtschaftung wurde begonnen.

Die Anbaufläche von Weltacker
Projekterläuterung

Viele Schautafeln erläutern, welche Pflanzen hier angebaut werden. Um die globale Dimension des eng begrenzten Nahrungsmittelanbaus zu illustrieren, werden – so weit klimatisch möglich – auch Nutzpflanzen aus anderen Weltregionen angebaut. So gibt es auch Reisfelder und Zuckerrohr, aber eben auch Pflanzen für Tierfutter und Energieproduktion. Pro Tag und Erdenbewohner stehen der Ertrag von 5,5 qm zur Verfügung, derzeit, und bei dem laufenden Klimawandel wird es weniger werden.

5,5 qm Ackerflächenertrag pro Mensch und Tag
Weltweite Ackerflächennutzung

Der Rückweg führte durch das schöne Usatal.

Durchs Usatal

Exkursion zum Weltacker in Friedberg

Auf dem Areal des Vereins „Weltacker Wetterau“ zeigten mehrere Vereinsmitgliedern den Touries ihr eindrucksvolles Projekt. Der Verein übernahm die Fläche von 2000 qm von einem Rübenbauern, der dieses Feldstück aufgrund dessen Lage nicht mit den modernen Großmaschinen bewirtschaften konnte. Zwei Bauwagen wurden angeschafft und mit der Ackerbewirtschaftung wurde begonnen.

Die Anbaufläche von Weltacker
Projekterläuterung, im Hintergrund die Bauwagen

Viele Schautafeln erläutern, welche Pflanzen hier gesät, gepflegt und geerntet werden. Um die globale Dimension des eng begrenzten Nahrungsmittelanbaus zu illustrieren, werden – so weit klimatisch möglich – auch Nutzpflanzen aus anderen Weltregionen angebaut. So gibt es auch Reisfelder und Zuckerrohr, aber eben auch Pflanzen für Tierfutter und Energieproduktion. Pro Tag und Erdenbewohner stehen der Ertrag von 5,5 qm zur Verfügung, derzeit, und bei dem laufenden Klimawandel wird es weniger werden.

5,5 qm Ackerflächenertrag pro Mensch und Tag
Weltweite Ackerflächennutzung

Der Rückweg führte durch das schöne Usatal.

Durchs Usatal

Abendveranstaltung

„Verkehrsdreiklang (Fahrrad-Schiene-Straße) in der Wetter“ lautet der Titel der Abendveranstaltung, zu der auch die regionale Öffentlichkeit eingeladen und gekommen war. Volker Karl vom ADFC Bad Nauheim Friedberg hatte zu der Veranstaltung eingeladen und begrüßte die Teilnehmer. Als Moderator leitete Wolfgang Kessler (Ökonom und Redakteur) die Podiumsveranstaltung im schönen, aber hochsommerlich warmen Musiksaal der Waldorfschule.

Podiumsdiskussion im Musiksaal zur Verkehrsplanung in der Wetterau

Für den VCD referierte Michael Görg über das Projekt, die A5 zehnspurig auszubauen. Die Kosten sind immens, der Realisierungszeitraum sehr lang (ca. 30 Jahre), die CO2-Bilanz ist horrend, und der somit induzierte Mehrverkehr wird – so die Daten-Reanalyse von Greenpeace – die Stausituation bald schon wieder auf das derzeitige Niveau erhöhen. Als Alternative bleibt nur die Förderung von ÖPNV und Radverkehr (insbes. auf Strecken bis zu 30 km Länge).

Ansgar Hegerfeld vom ADFC-Landesverband Hessen beschrieb die derzeitigen Ausbaupläne insbesondere für die Radschnellverbindungen. Nur wenige Städteverbindungen sind bereits realisiert worden. Das Land Hessen jedoch überlässt die Finanzierung weitestgehend den Landkreisen, die jedoch ihre Finanzen überwiegend in das Nahnetz investieren.

Die Erhöhung des Ein- und Auspendleranteils an den Radwegsnutzern stellt eine große Herausforderung dar. Es ist zu vermuten, dass die Nutzungsbereitschaft ansteigt, wenn die Radwegeverbindungen besser ausgebaut werden.

Stefan Klöppel vom ZOV (Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe) referierte über die Situation und die Entwicklungsperspektiven des ÖPNV und Radverkehrs in der Wetterau unter Bezug auf den Großraum Frankfurt. Fahrradwege gibt es insbesondere entlang der Flüsse Nidda und Nidder, die beides bedienen: den Radtourismus und die regionalen Ortsverbindungen.

Frankfurt am Main kann auch als Pendlerhauptstadt bezeichnet werden. Ungefähr 475.000 Personen pendeln täglich in die Kernstadt Frankfurt. Das Angebot und die Nachfrage nach ÖPNV sind in den letzten Jahrzehnten erheblich gestiegen. Aber die Anbindung variiert erheblich: So sind z. B. Marburg oder Glauburg mit einer Stunde Bahnfahrzeit zu erreichen, aber andere, deutlich näher an Frankfurt liegende Orte in der Wetterau sind erheblich schlechter angebunden. Einige Streckenverbesserungen sind bereits realisiert worden, weitere sind in Planung. Der Kostenaufwand ist sehr erheblich, so insbesondere für die sog. West- und Osttangente als Bahntrassen durch Frankfurt hin zum Frankfurter Hauptbahnhof. Hier allerdings muss ein zu erwartetender Kapazitätsengpass durch den sehr kostenträchtigen Neubau eines Fernbahntunnels vermieden werden.

Das Deutschlandticket habe nur eine moderate Steigerung des Pendlerbahnverkehrs gebracht, jedoch eine erhebliche Steigerung der sonstigen Bahnnutzung, insbesondere an Wochenenden. In der Fläche sei das Ticket jedoch wenig attraktiv, weil das ÖPNV-Angebot geringer dort ist, nicht jedoch schlecht oder gar nicht vorhanden, denn es werden Bedarfsverkehre angeboten (z. B. 5 bis 6 Fahrten pro Tag).