Informationen über die Region
Bad Hersfeld ist ein Kurort, der an der Fulda gelegen ist. Am Rand der Innenstadt liegt die Ruine der Stiftskirche, in der allsommerlich die Hersfelder Festspiele aufgeführt werden (insbes. Opern). Mehrere Kur- bzw. Spezialkliniken liegen im Stadtgebiet.
Vom Fuldatal ausgehend quert die Route den Seulingswald und gelangt dann in das Werratal. Werra und Fulda treffen in Hannoversch Münden zusammen und bilden dort die Weser.

Das Werratal folgt dem Südwesthang des Thüringer Waldes. Bei Philippstal und bei Heringen wird auch weiterhin von K+S salzhaltiger Abraum auf die riesigen, das Landschaftsbild dominierenden Halden gekippt (Monte Kali bei Heringen, überragt um 260 m das Gelände). Einen kleinen Teil davon trägt der Wind in die Umgebung und versalzt damit die Wiesen- und Ackerflächen. Einen beträchtlichen Teil davon nimmt das Niederschlagswasser auf, das zur Versalzung der angrenzenden Fließgewässer (letztlich: der Werra) führt, in die auch salzhaltige Produktionsabwässer eingeleitet werden. Das Fördergebiet bei Heringen ist/war das größte Kaliabbaugebiet der Welt.
Heringen war und ist noch immer wie die anderen Gemeinden mit Kalischächten ein Industriestandort mit vielen Arbeitsplätzen. Mittlerweile wurde auch eine touristische Nutzung der Kaliindustrie geschaffen. Es gibt ein Werra-Kali-Bergbau-Museum in Heringen, das Erlebnis-Bergwerk in Merkers und geführte Touren auf den Monte Kali.
Etappenbericht
Ein sommerwarmer Morgen begann auf dem Richthof. Es gab mehrere Dankesworte an die Lebensgemeinschaft. Paul hob hervor, dass es sicherlich auch im Sinne der sozialen Dreigliederung gesehen werden kann, dass die Lebensgemeinschaft die TdN zu sich in solch ein komfortables Quartier eingeladen hat. Das nennt sich Brüderlichkeit, die eine der drei Forderungen der Französischen Revolution. Von diesem Prinzip des Wirtschaftslebens profitierte auch die Lebengemeinschaft, als sie den Richthof im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten übernehmen konnte.
Gudrun Gabriel ihrerseits dankte der TdN für ihre Aktionen. Sie sieht darin einen direkten und persönlich verantworteten Beitrag zum Erhalt der lebenswerten Welt.
Es wurde ein sehr heißer Vormittag im Fuldatal, mit schönen Ausblicken über das Tal, das hier noch nicht so extrem überbaut ist wie bei Hersfeld und Fulda, wo diverse Logistik-Unternehmen autobahnnah riesige Hallenbauten errichtet haben, die die Landschaft versiegeln.
Die Route führte entlang einer eindrucksvollen Eichenallee. Im Hintergrund: die Brückenbaustelle.

Wie marode Autobahnbrücken werden, wenn sie „alt“ geworden sind, ließ sich unterwegs auch zweimal anschauen. Hier finden, für jeweils eine Fahrtrichtung, im laufenden Betrieb Neubauten statt, die sehr viel Steuergeld verbrauchen.
Hinter Niederaula weitet sich das Fuldatal. Die Route führte meist leicht am Hang entlang, was immer wieder kleine Anstiege – und Abfahren – brachte.

In Bad Hersfeld versammelten sich die Touries auf dem Platz vor der Lokalzeitung, der HZ. Eine Redakteurin kam bald schon auf die Tour zu und bat um ein Gruppenfoto, das ihren Bericht über die nachfolgende Aktion und das Programm der TdN illustrieren soll.

Dann begann die Critical Mass, der sich an diesem Tag die TdN anschloss. Geradelt wurde eine der üblichen Rundstrecken durch die Stadt.
Die Mittagspause (2 h) fand vor der Stadthalle statt, von der aus der Kurpark direkt zu erreichen ist.
Die nachmittägliche Etappe führte über zwei Steigungsstrecken. Während des ersten Anstiegs fing es an zu donnern und zu regnen. Das brachte angesichts der hochsommerliche Hitze einerseits eine wohltuende Abkühlung, andererseits lässt sich in Regenbekleidung bei über 30 Grad im Schatten und an einer Steigung nur unter großen Anstrengungen und das heißt für die Bio-Bike-Radler: sehr langsam, die Strecke bewältigen. Das Wasser in den mitgeführten Flaschen wurde knapp. Immerhin war dieser langezogene Anstieg ohne Autoverkehr möglich, denn die Straße war wegen Brückenbaus gesperrt – nicht jedoch für die Radler.
Endlich oben – in Friedewald – angekommen, kühlten sich viele Touries, vor allem die Kinder, am Dorfplatz an den kleinen Fontänen ab. Andere radelten zum Supermarkt.
Es war dann nicht mehr weit zum Übernachtungsquartier. Das Gemeinschaftshaus in Herfa bot nicht ganz so viel Platz wie andere Quartiere dieser Tour, dafür gab es eine schöne Zeltwiese unterhalb des Gebäudes.
In der Abendveranstaltung referierte Kai über das Bauvorhaben Südlink. Viele Experten gab es auch unter den teilnehmenden Touries, die sich mit kritischen Fragen, Kommentierungen und Ergänzungen beteiligten. Zur Energiewende gehört notwendig der Ausbau des Höchstspannungsnetzes. Es gibt vier Betreiber, die die Regionen bzw. Trassen untereinander aufgeteilt haben. Da hier Monopolstrukturen bestehen, überwacht die Bundesnetzagentur diese Betreiber. Warum dieser so wichtige Bereich der „Daseinsfürsorge“ nicht verstaatlicht wird (einstmals Vorschlag von Robert Habeck), bleibt eine offene Frage.

Erstaunlich: Südlink ist auch das größte archeologische Suchprojekt in Deutschland. Ungefähr 100 Fachpersonen arbeiten an der Trasse.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Erdkabelverlegung erheblich teurer als die Mastenverlegung sowie das erstere wenig umweltschädigend und hinreichend wartungsfähig ist. Da jedoch der Stromverbauch insbesondere aufgrund der Elektrifizierung von Heizungsanlagen (Wärmepumpen) sowie von Fahrzeugen (E-PKW/LKW; E-Busse und Akku-Züge) mittelfristig eine Verdoppelung bringen wird, werden die derzeitig geplanten Netzkapazitäten nochmals erheblich erweitert werden müssen.
