Informationen über die Region

Am Südrand des Thüringer Beckens liegt Erfurt, die größte Stadt (220.000 Einw.) Thüringens und dessen Landeshauptstadt. In der Städtekette folgen im Osten Weimar, Jena und Gera. Erfurt liegt am Fluss Gera (nicht jedoch die gleichnamige Stadt). Die Gera umfließt den im Süden an die Stadt grenzenden Steigerwald; sie entspringt im Thüringer Wald. Touristisch vielbesucht ist die Krämerbrücke, die in der gut erhaltenen Altstadt über die Gera führt und beiseitig mit Fachwerkhäusern bebaut ist.
Eine weitere touristische Attraktion bildet der Domberg mit Dom und Severikirche. Hinter diesem eindrucksvollen Ensemble, das vom Domplatz über 70 Stufen zu erreichen ist (dieses Areal wird für die Dom-Stufen-Festspiele genutzt), liegt das weitläufige Areal der Zitadelle Petersberg.
Erfurt hat mehrere Museen und seit 1994 die wiedergegründete Universität, die 1820 auf 20 Studierende geschrumpft und geschlossen worden war.
Das Bundesarbeitsgericht hat seinen Sitz in Erfurt.
In Erfurt wurde das bereits zur DDR-Zeit relativ dichte Straßenbahnnetz von 1997 bis 2007 erheblich erweitert. Die 6 Linien erschließen nahezu alle Stadtquartiere.
Erfurt liegt an der Schnellfahrstrecke Halle/Leipzig-Bamberg, die den Thüringer Wald durchquert, und bildet seit 2017 ein deutschlandweit wichtiges ICE-Drehkreuz.
Besondere Bekanntheit erlangte der geplante Neubau der A 71, die gleichfalls den Thüringer Wald durchquert. Gegen dieses unsinnige, weil extrem teure, umweltschädigende und bedarfsüberschätzende Bauvorhaben engagierten sich die Begründer der Tour de Natur. In 2026 wurde die A 71 bei Erfurt von mehr als tausend Demonstranten besetzt, um gegen den in Erfurt stattfindenden Bundesparteitag der AfD zu protestieren. Insgesamt wurden in Erfurt ca. 50.000 Teilnehmer der Protestaktionen erwartet.
Etappenbericht
Nach dem Frühstück führten Andreas und Irmhild, zwei Vereinsmitglieder, über das weitläufige Gelände des LebensGuts. Und so erfuhren die Touries, mit wieviel persönlichem Engagement von vielen Einzelmenschen das von der Kirche gepachtete Land kultiviert und mit Agrarbauten ergänzt worden ist und gepflegt wird.
Die Grundidee besteht darin, möglichst wenig externe Ressourcen zu verbrauchen, also die benötigte elektrische Energie selbst zu produzieren und zu verteilen (Solaranlagen auf den Gebäuden), das benötigte Wasser selbst zu fördern (Quellfassung und Verteilung vom Wasserturm), zudem Erzeugung von Nahrungsmitteln auf Gemüseanbauflächen, im Gewächshaus, mit drei Hühnerfeldern, einem für Puten, mit Schafs- und Ziegenhaltung, mit Bäckerei und Mosterei und manch anderen mehr.

Häufig melden sich Lehrpersonen aus Schulen, insbesondere aus Freien Schulen, um mit ihren Schulklassen auf dem Gut Lernzeit zu verbringen. Auch dafür wird die Gemeinschaftsküche gebraucht und für die Übernachtung sind Gruppenzelte verfügbar, die auch von den Touries genutzt werden konnten.

Dass der Berichterstatter tatsächlich das Tourgeschehen zum Anlass seiner Niederschriften nutzt, soll das nachfolgende Foto belegen. Hinzu kommen noch weitere Informationen aus soliden Wissensquellen und Fotos von ihm und anderen Touries, denen er hiermit für ihre Unterstützung dankt, auch jenen, die ihm die Korrektur von Fehlern und das Ergänzen von Fehlendem ermöglichten. Fürsorglich betreut wurde der Schreiber von Till, der ihn mit elektronischer und softwarebasierter Unterstützung des mobilen Schreibtischs versorgte.

Nach der Mittagsmahlzeit startete die Tour – mit an diesem, dem letzten Etappentag, 150 Radlerinnen. Am Autobahnkreuz Molsdorf wurde ein denkwürdiger Ort erreicht. Hier hatte die TdN 1996 eine Protestaktion veranstaltet. Dort, wo heute die A 71, die seinerzeit im Bau weit vorangeschrittene Thüringer-Wald-Autobahn, die A 5 kreuzt, spannten die Touries ein Transparent über die Fahrbahn und grenzten ein kleines Feld ab. Die künftige Fahrstraße wurde umgewidmet – in ein Volleyballfeld, das munter bespielt wurde.
Heute gestattete die Polizeibehörde der Tourplanung nicht, dass auf der überquerenden Nebenstraßenbrücke ein Infostopp eingelegt wird: zu gefährlich für die Autofahrer drunten, sie könnten durch den erwartungswidrigen Anblick so vieler Fahrräder zu sehr abgelenkt werden. Und zudem könnten Touries etwas hinunter auf die Fahrbahn werden. Aber was denn, was könnten diese entbehren oder entsorgen wollen? Also wurde nachdenklich bei langsamer Geschwindigkeit die Autobahnbrücke gequert.


Beim Schloss Molsdorf wurde ein Pausensstopp eingelegt. Hier spendierte die Tourkasse ein Kuchenstück für jeden Tourie. Der Ansturm war beträchtlich.

Nun war es nicht mehr weit bis Erfurt, dem Etappenziel. Der Schreiber dieser Zeilen musste dort die Tour verlassen und heimwärts reisen. Ein ganz besonders interessantes Programm verpasste er damit. Quartier in Erfurt bot die Freie Schule Regenbogen.
Am Abend gab es nach dem Tour-Abschlussplenum das Fahrradkino unter dem Lindenbaum.
Der Samstag begann mit einer verkehrspoltischen Rundfahrt durch Erfurt. Am Nachmittag stieg das ganz besondere Abschlussfest der Tour. In Erinnerung gebracht wurden viele Stationen, Aktionen und Erlebnisse sowie Begegnungen der nunmehr dreißigjährigen Geschichte der TdN. Astrid & Ehrenfried ist es gelungen, viele einstmalige Mitradler, von denen lange nichts mehr zu hören war, ausfindig zu machen und zu diesem Erinnerungsfest einzuladen. Gezeigt wurden Dokumente aller Touren, insbesondere die Tourhefte, aber auch Plakate und Flyer sowie Fotos von den Touren. Anne hat ein persönliches Tourbuch hinterlassen, das auch gezeigt werden darf.
Und für den Abend war die Gruppe „Stubenfolk“ eingeladen, die aufspielte zum Mithören, Mitsingen und zum Tanzen.



















































































