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Sonntag, 28. Juli 2019, neunter Tag der TdN 2019: Schwerin – Wismar (48 km)

 

Wie kann ein Frühstückstisch auf der Tour de Natur aussehen? An diesen Tag zum Beispiel so:

 

 

Frühstück zubereitet von Fläming Kitchen

Und wie erholen sich die Tourordner während eines Pausenstops? Zum Beispiel so:

 

Pause

Bei sonnigem, aber nicht zu heißem Wetter startete die Tour de Natur in Richtung Norden; von Schwerin aus in Richtung Wismar. Der erste Infohalt fand am Bahnhof von Bad Kleinen statt. Markus informierte darüber, dass hier viel Geld ausgegeben worden ist, um den schönen, alten Bahnhof abzureißen und neue Bahnsteige und Überwege zu den Bahnsteigen dieses Kreuzungsbahnhofs zu bauen. Der neue Bahnhof ist unlängst in Betrieb genommen worden.

Samstag, 27. Juli 2019, achter Tag der TdN 2019: Ludwigslust – Schwerin (55 km)

Bei nicht zu heißem Wetter, mit beträchtlichem Seiten-, fast schon Rückenwind ging die Tour de Natur auf ihre heutige Etappe. Die erste Station fand in der Feldmark außerhalb von Ludwigslust statt und zwar auf einem recht großen Feld der Firma „Sanddorn Storchennest“. Deren Betriebsleiter Frank Spaethe erläuterte den Tourteilnehmern diese Form der biologischen Fruchtwirtschaft.

Die Entstehung schildert auch ein Stück DDR-Geschichte und Landwirtschaftsplanung. Da Zitrusfrüchte fast nur gegen Devisen einzuführen waren, entstand in der DDR die Idee, den einen hohen Vitamin-C-Gehalt aufweisenden Sanddorn anzubauen. Dazu wurden in Zusammenarbeit mit der Berliner Humboldt-Universität Versuche durchgeführt und schließlich hier in Ludwigslust eine GPG (Gärtnerische Produktionsgenossenschaft) gegründet, die Sanddornanbau und Früchteverarbeitung betrieb.

Nach der Wende wurden der Gutshof und die Sanddornfelder einer GmbH übereignet, die als Biobetrieb wirtschaftet und sich dem Verband „Biopark“ angeschlossen hat. Die Bodenfruchtbarkeit in dieser Region ist sehr gering (ca. 17 – 27 Bodenpunkte; zum Vergleich: Magdeburger Börde: 100), was für den Anbau der anspruchslosen Fruchtsträucher durchaus passend ist, falls, wie hier gegeben, ein recht hoher Grundwasserstand  vorhanden ist.

Freitag, 26. Juli 2019, siebter Tag der TdN 2019: Lenzen – Ludwigslust (34 km)

 

Ein herrlicher Sommertag hier an der Elbe im Städtchen Lenzen: Frühstück zwischen acht und neun Uhr für die Tour de Natur, mit Müsli mit Früchten und Brot mit veganen Aufstrichen und Marmeladen, dazu Kräuter- und Schwarzer Tee sowie Kaffee. Besonders gesucht waren die Schattenplätze, um dort das Frühstück einzunehmen.

Um 9:30 Uhr begann eine geführte Exkursion durch die Lenzener Elbtalaue, die neu ist: eine Ursprungslandschaft entsteht hier durch Rekultivierung. Die zur Rückgewinnung von Überflutungsflächen vorgenommene Rückverlegung der Deichlinie ermöglichte ein faszinierendes Experiment. Die Überflutungsflächen blieben nicht in der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern wurden als Auenlandschaft gestaltet. Auf einer Fläche von 420 ha wurden Auengehölze angepflanzt (Weiden und Pappeln; Eichen, Eschen und Ulmen), sowohl in langen Reihen als auch in kreisförmigen sog. Truppen. In den zurückliegenden zehn Jahren sind ungefähr die Hälfte der Baumpflanzungen aufgewachsen (der andere Teil schaffte es aus unterschiedlichen Gründen nicht: „man pflanzt Auwälder viermal“), was nun auch deutlich als Flächengliederung zu sehen ist.

Donnerstag, 25. Juli 2019, sechster Tag der TdN 2019: Hitzacker – Lenzen (70 km)

 

Für heute waren 35 Grad im Schatten angesagt, eine ziemliche Herausforderung für eine 70 km lange Strecke. Die Fähre in Pevestorf ist wegen Niedrigwasser außer Betrieb; so mussten 18 zusätzliche Kilometer geradelt werden, um die Fähre in Schnackenburg zu nehmen. Eine Teilgruppe von ca. 50 Tourteilnehmern entschied sich, auf direktem Wege nach Lenzen zu radeln. So teilte sich die Tour in Dannenberg. Mehr als hundert Radler wählten die längere Strecke.

Der erste Stopp fand am sog. Castor-Verladebahnhof in Dannenberg statt. Viel war nicht zu sehen: Eine Halle für den Verladekrahn, Gleisanlagen und Umzäunung. Sigmund Schmaggel begrüßte die Tourteilnehmer an diesem bedeutungsvollen Ort und schilderte die Polizeieinsätze bei den Castortransporten. Kaum vorstellbar: In dieser Region waren mehr als 10.000 Polizisten stationiert. Die Dörfer in der direkten Umgebung des Verladebahnhofs wurden abgeriegelt, insbesondere Breese in der Marsch.

Infohalt am Castor-Verladebahnhof in Dannenberg

25. Juli - Besuch bei der Kartoffelscheune

Gestern abend gab es das wundervolle Konzert von Salossi. Diese "alten" RAK-Lieder hatte ich schon lange nicht mehr live gehört.
Wer kennt noch "Frau Meyer" vom Wahren Helmut?
Anschließend haben einige die unterhaltsame Schlange vor der einzigen Dusche der Waldorfschule Hitzacker gebildet.
Lange nach dem Ende des Konzerts kam noch die Staatsmacht vorbei. Keine Nachbarn weit und breit und eine Anreise von Lüneburg - egal, diese Ökos müssen wir zurechtstutzen. Diese Ökos hatten sich aber zum größten Teil schon in kleinen Schlafgemeinschaften in die Klassenräume zurück gezogen. Endlich mal ohne einen Schnarcher direkt nebendran.

Nach dieser erholsamen Übernachtung schnell ein Foto vom morgendlichen Mandala-Müsli schießen, bevor die wilden hungrigen Horden es seiner Bestimmung zuführen.
Also es auf die Teller schaufeln, um damit die Energiereserven für den Tag aufzufüllen.

Schnell noch ein Foto vom MandalaMandala - noch ganz

Denn heute gehts zum Kernschmelzpunkt des Anti-Atom-Wiederstands: zum Schwarzbau und der angrenzenden Kartoffelscheune. Diesmal ohne Castor und (fast) ganz ohne Staatmacht. Manch einer hat sich angesichts der Wettervorhersage vielleicht den einen oder anderen Wasserwerfer gewünscht. Aber auch bei den vorhergesagten 39 Grad im Schatten (Schatten, welcher Schatten?) macht eine so eilige Abkühlung nicht wirklich Freude.

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