Informationen über die Region
Die heutige Route führt hinaus aus der Metropolregion des Rhein-Main-Gebiets in Richtung Nordwesten und verläuft zunächst am Rande des Taunus, einem schmalen Höhenzug mit einigen, von reichen Bürgern bevorzugten Kleinstädten (z. B. Bad Homburg, Hofheim, Kronberg), um dann in die angrenzende Wetterau einzuschwenken. Jene verdankt ihren Namen der Wetter, einem Nebenflüsschen der Nidda, welche – neben dem kanalisierten Main – das bedeutendste Fließgewässer Frankfurts ist.

Die Auenlandschaften in den Tälern von Wetter und deren zufließenden Bächen sind überwiegend als Landschaftsschutzgebiet „Auenverbund Wetterau“ ausgewiesen, was seinerzeit, d. h. Ende der 1980er Jahre, Maßstäbe im europäischen Naturschutz setzte. Eingebettet sind über 20 Naturschutzgebiete, außerdem gibt es Überschneidungen mit zahlreichen FFH- und EU-Vogelschutzgebieten.
Bad Vilbel gehört zu den an Mineralquellen liegenden Kurstädt(chen), liegt aber nicht am Taunushang, sondern im Tal der Nidda, die aus dem Vogelsberg kommend die Wetterau und auch Frankfurt durchfließt. Bad Vilbel gehört zwar zum Wetteraukreis, könnte aber auch als Vorstadt von Frankfurt bezeichnet werden. Die Grünen erreichten hier in der Kommunalwahl 2026 fast 24 %, die CDU fast 42 %, die AfD 9 %.
Im Norden unmittelbar an die einstmals freie Reichsstadt Friedberg angrenzend liegt die Burg Friedberg, errichtet auf einem Basaltkegel und zunächst als Schutzburg für die Wetterau fungierend. Späterhin nutzten die Burggrafen das Areal, um feudale Schlossbauten zu errichten. – Bekannt ist Friedberg auch über Elvis Pressley, der von 1958 bis 1960 hier seinen Dienst in der US-Army absolvierte. – Das im Jugendstil erbaute, über Jahre leerstehende Hallenbad ist von einem dazu gegründeten Bürgerverein aufwändig renoviert und in ein Theater- und Veranstaltungszentrum umgewandelt worden. – Ebenso wie im benachbarten Bad Nauheim erreichten die Grünen bei den Kommunalwahlen 2026 als zweitstärkste Fraktion über 20 %. – Friedberg, nicht jedoch das benachbarte Bad Nauheim, ist Endpunkt der S-Bahnlinie 3 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Kronberg und Bad Homburg hingegen sind an das S-Bahn-Netz angeschlossen.
Bad Nauheim liegt am vor dem Nordostrand des Taunus. In der Mitte des 19. Jhs wurde die kohlensäurehaltigen Quellen als Heilmittel entdeckt und vermarktet. Der einsetzende Bädertourismus machte den Kurort auch zu einem Treffpunkt der mondänen Prominenz, zumal auch eine Spielbank am Ort konzessioniert wurde. Der Sprudelhof und die Trinkkuranlage wurden zu Beginn des 20. Jhs im Jugendstil erbaut und gelten als Musterbeispiele dieser Kunstrichtung, die im Jugenstilforum auch museal präsentiert wird.
Etappenbericht
Bei warmem, nicht jedoch heißem Wetter startete die TdN auf ihre erste Streckenetappe. Es ging in Richtung Norden durch Frankfurt hindurch nach Bad Vibel. Auf dem Marktplatz fand eine kleine Kundgebung statt, auf der sich die TdN mit ihrem politischen Forderungen an die Verkehrs-, Klima- und Umweltpolitik darstellte.
Am Mittag erreichte die Tour den Dottenfelder Hof. Zunächst wurde das Großprojekt dieses größten und wohl auch ältesten Demeter-Betriebs (seit 1946 Demeter-Wirtschaft) vorgestellt. Die Betriebsgemeinschaft fasst die Land- und Viehwirtschaft zusammen, zudem den Gemüse- und Obstanbau, dazu kommen die Bäckerei und die Käserei und ein großes Hofcafé und ein sehr reichhaltiger Hofladen. Der Dottenfelder Hof führt auch eine Landbauschule und hat sich dem Land Hessen gegenüber verpflichtet, Saatgutentwicklung und -produktion zu betreiben, was angesichts der genetischen Saatgutveränderung und der Saatgutpatentierung von KWS und Monsanto/Bayer gerade für den ökologischen Landbau von großer Bedeutung ist. Insgesamt arbeiten ca. 100 Personen auf dem Hof.



Für eine Pause war auf dem Parkplatz vor dem Bürgerhaus in Niederwöllstadt gut gesorgt – die Toiletten standen zur Verfügung.

In Friedberg fand auf dem Elvis-Presley-Platz Platz eine Kundgebung statt. Markus gab zunächst einen Überblick über die Entstehung der TdN und erinnerte an die fatale Fehlinvestition, als die sich der Bau der Thüringer-Wald-Autobahn erwiesen hat.
Frau Rohn-Nemudrowa, die Klimabeauftragte der Stadt Friedberg, skizzierte die mühsame Verkehrsplanung der Stadt, die ihre Fortschritte, aber auch ihre Defizite aufweist.

Eine sehr interessante Aktion wurde sodann vorgestellt: Die Initiative Weltacker Wetterau betreibt nahe der Innenstadt eine Ackerfläche, die zeigt, was auf 2000 qm – jener Anbaufläche, die jedem Erdenbürger zur Verfügung steht – an Nahrungsmitteln angebaut werden kann, und das sogar in weltweiter Perspektive.
Erik Stenzel, der bekannte Nürnberger Sänger und Klimaaktivist, gab einige Protestsongs zum Besten. Mehr davon wird es am Abend in der Waldorfschule in Bad Nauheim geben, denn Erik radelt heute mit der TdN.
Das Nachtquartier bot die Freie Waldorfschule Wetterau Bad Nauheim, mit großer Turnhalle für die Innen- und weitläufigem Außengelände für die Zeltschläfer.
Das Nachtquartier bot die Freie Waldorfschule Bad Nauheim, mit großer Turnhalle für die Innen- und weitläufigem Außengelände für die Zeltschläfer. Nach dem Abendessen trug Erik Stenzel weitere Songs vor. Er begleitet sich mit der Gitarre, seine Texte sind sprachlich kunstvoll formuliert, sie fassen die Menschheits- und Klimaprobleme ist klare Sprache und stimmen zugleich nachdenklich. Seine kommentierenden Passagen zwischen den Songs sind anspruchsvolle politische Analyse und Aufforderung zum Handeln, zum Widersetzen gegen die Ausbeutung der Natur und gegen die Ausbeutung der Menschen.

