Die konkreten Themen 2020

In diesem Sommer ist die Umweltradtour nach 6 Jahren zurück im Westen der Republik bei den Brennpukten der aktuellen Klimadiskussion.

Neben der Braunkohle sind auch die Ewigkeitskosten der Steinkohle und der Atomkraft ist ein Thema im bevölkerungsreichsten Bundesland. Natürlich befassen wir uns auch mit den geballten Verkehrsproblemen durch den Autoverkehr und zeigen umweltfreundliche Alternativen wie den Radschnellweg bei Mühlheim oder den Ausbau des Schienennahverkehrs auf. Beispiele wie es besser gemacht werden kann sehen wir uns in den Niderlanden an.

Die Versorgung mit ökologisch produzierten Lebensmitteln und sauberem Wasser ein weiterer Schwerpunkt 2020.

DieseThemen stehen 2020 auf der Agenda

Entlang der Tourstrecke wollen wir Alternativen nachgehen, über unsere Zukunft diskutieren und uns vernetzen, damit die zarten Projekt-Pflänzchen auch anderswo Früchte tragen.

klimaschutz first!

2019 war das zweitwärmste Jahr, der Januar 2020 war ebenfalls ungewöhnlich warm, gefolgt von einem recht warmen und sehr windigen Februar. Von einem richtigen Winter fehlt bislang jede Spur! Zunehmende Wetterextreme hierzulande und erst recht die extreme Hitze und Buschfeuer in Downunder mahnen, die Klimakrise endlich ernst zu nehmen.

Da die Dringlichkeit in der Politik noch nicht wirklich angekommen ist – siehe lasches Kohleausstiegsgesetz – ist eine starke Klimaschutzbewegung um so wichtiger.

Deshalb steht das Thema Klimaschutz bei der Tour de Natur 2020 ganz oben auf unserer Agenda. Im Rheinischen Braunkohlerevier setzen wir uns für den Kohleausstieg bis 2030 ein. Die Verstromung von Braunkohle ist äußerst klimaschädlich. Zudem zerstören Tagbaue Natur- und Kulturlandschaften, Menschen verlieren ihre Heimat aus Profitgier. Sowohl klimafreundliche Verkehrslösungen als auch der rasche Ausstieg aus der Kohleverstromung werden wir thematisieren und uns mit Klimaaktivist*innen von „Alle Dörfer bleiben“ und dem Klimacamp vernetzen.

Das Steinkohle-Kraftwerk Duisburg-Walsum an unserer Tourstrecke steht symbolisch für die in den letzten Jahren noch ans Netz gegangenen Kohlekraft-„Dinosaurier“, die die Energiewende behindern und den Klimawandel anheizen. Apropos Dinosaurier: Datteln 4 soll in diesem Jahr doch ans Netz gehen, obwohl sich auch die Kohlekommission dagegen ausgesprochen hat! Da Datteln leider zu weit von der geplanten Strecke entfernt liegt, können wir nicht direkt vorbeifahren. Doch es gibt die Idee, eine Vortour über Datteln zu führen, wer Interesse hat, bitte melden unter buero@tourdenatur.net!

"Klimaretter" Atomeinstieg?

In der letzten Zeit wagen sich Atomkraftfans als „Klimaretter“ wieder mehr und mehr in die Öffentlichkeit. Wir werden deshalb in Ahaus nicht nur das Thema Atommüll anschneiden, sondern möchten uns auch diesem gefährlichen Trend in den Weg stellen. In der aktuellen Gorleben-Rundschau findest du eine gute Übersicht über das Thema und Argumente gegen Atomkraft als „Klimaretterin“: https://www.bi-luechow-dannenberg.de/material/gorleben-rundschau/

Im Münsterland unterstützen wir die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus". Wahrscheinlich besuchen wir auch das Klimacamp im Rheinland für gemeinsame Aktionen und fahren zum Hambacher Forst.

Klimaschutz braucht einen zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie u.a. Wasserstoff-Technologie für die Energiespeicherung.

Umsteigen bitte!

Im dicht besiedelten NRW liegen die Verkehrsprobleme auf der Hand. Doch welche Alternativen gibt es zum Autoverkehr? Gute Beispiele für die Förderung des Radverkehrs finden wir in Nijmegen (NL) und in den ersten fertigen Kilometern des auf 101km Länge geplanten Radschnellweg in Mühlheim. Nach 2016 werden wir wieder in die Niederlande kommen und dort positive Impulse für den Radverkehr „erfahren“.

Bahnreaktivierungen wie die der Niederrheinbahn stellen schon die Weichen auf Klimaschutz. Doch für eine klimafreundliche Mobilität braucht es noch mehr Schienenverbindungen.

Die Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad" zeigt, was in Sachen Radverkehr möglich ist. Wir unterstützen den RadEntscheid Essen bei der Forderung für eine bessere Fahrrad-Infrastruktur, damit Menschen jeden Alters unabhängig von Geschlecht und Fitness gerne und sicher Rad fahren können. Außerdem werden wir uns ein Beispiel eines autofreien Wohnquartiers ansehen.

Wir haben es satt!

Tierquälerei, Übernutzung der Böden, sogar eine Zerstörung des Regenwaldes?

Muss das sein? NEE!

Wo wir Konsument*innen und Produzent*innen an einem Strang ziehen, setzen wir einen Gegentrend zur industiellen Landwirtschaft. Projekte wie die "Solidarische Landwirtschaft" und konkret die SoLaWi Niederrhein in Voerde machen es vor.

CO2-Bilanz

Ein Aufruf zum Mitmachen: Wir möchten gern eine CO2-Bilanz für die Tour erstellen. Neben einem Status Quo gibt uns das die Möglichkeit, genauer hinzuschauen und beim nächsten Mal gezielt CO2 zu reduzieren. Wir haben eine Fachfrau, die das vorbereitet, aber wir brauchen noch Unterstützung dabei, die einzelnen Werte, u.a. Anreise der Teilnehmer*innen, Energieverbrauch an den Quartieren … zu erfassen. Hättest du Lust, ein paar Tage auf der Tour Daten zu erfassen? Dann freuen wir uns über deine Mail an buero@tourdenatur.net.

Als aktuellen Beitrag zu dieser Bilanz wollen wir auch in diesem Jahr wieder ohne Begleitauto unterwegs sein. Die Lastenräder, Carla Cargos, Hinterher-Anhänger und Tandems haben wir schon (fast alle) organisiert. Jetzt fehlt uns noch Wo*manpower, also Lastenrad-Fahrer*innen während der Tour, aber auch zum Hin- bzw. Rücktransport der Räder. Wer sich das vorstellen kann und möglichst etwas Zeit vor bzw. nach der Tour hat, bitte unbedingt und schnell melden an buero@tourdenatur.net!

 

Du hast noch ein Thema entlang der Strecke, das dir "auf den Nägeln brennnen"?.
Auf dem nächsten Planungstreffen am 3.-5. April in Mersch(Westf) ist eine gute Gelegenheit, dieses auf die Agenda zu bringen.

Hier ein Rückblick auf die Themen von 2014 - jedes Einzelne noch genauso aktuell wie vor 6 Jahren.

Prof. Niko Paech auf Veranstaltung zur Postwachstumsökonomiebraunkohletagebeu vor dem Kraftwerk FrimmersdorfWasserhahn mit GlasRadfahrer mit erhobenen Rädern zum Start der Critical Mass