Beim 2. Mal dabei - und schon ist es auch wieder vorbei für mich nach 10 Tagen

Heute, beim immer wieder aufkommendem Regen in Hamburg, denke ich mitfühlend und wehmütig an "meine" Mitradler von der Tour. Etliche schöne Erlebnisse, nachdenklich machende Vorträge und Informationen, bewegende Momente beim Durchfahren des Wesertunnels. Aber ach, alles reicht nicht an Worten um meine diesjährigen persönlichen Eindrücke zu schildern. Regelmäßig während der Tour zu schreiben, das habe ich einfach nicht geschafft. Es ist einfach so viel los, so viele Gespräche, Begegnungen und helfende Hände bei der Küchenarbeit sind auch gefragt. So ca. 150 Teller, Tassen, Löffel und Gabeln abzuwaschen, abzutrocknen, in passende Kisten einzusortieren, das ist schon ein Job, der in der Gemeinschaft wirklich Spaß macht. Was habe ich für Bilder im Kopf? Wie Wam, der Koch, morgens liebevoll die große Müslischale mit Früchten dekoriert. Da gab es auch ein Jubiläum bzw. zwei: zum 5. Mal bekocht Wam die Tour  (Danke Wam und dem Team!) und die Tour ist seit 25 Jahren unterwegs.

Ein Training in Toleranz, so drückte es eine Teilnehmerin aus. Ja, das ist die Tour auch. Eine Herausforderung für alle, dass sie wieder statt findet, dass der kleine Kreis der Organisatorinnen ausreichend groß ist. Diese bange Frage, wie es denn im nächsten Jahr wird, die habe ich oft gehört. Auch mir ist die Tour wichtig geworden.

Mir hat es viel Freude gemacht, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, wenn ich Flyer verteilt habe. Wenn z.B. eine Aktion in den Städten war und die Menschen in den kleineren Orten doch recht verdattert geguckt haben, welche Horde bunter Radler da einfällt. Ich hoffe, ich habe einige neugierig gemacht. Mir gefällt, die bunte Mischung von Alt und Jung, Single, Familien mit Kindern. Die Jugendlichen tun sich zusammen und die Familien unterstützen sich gegenseitig.

Was mich natürlich auch immer wieder noch gewundert hat, dass immer wieder alles funktioniert, ins Lot kommt. Wie viele Toiletten gibt es - wie viele Waschbecken - wie viele Duschen - ist das Wasser warm oder kalt oder auch zu heiß (wie in Cuxhaven) wie groß ist die Halle - wie ist die Zeltmöglichkeit - und hat die Küche genügend Platz? Das sind so die elementaren Fragen. War ich manchmal erschrocken, so wurde es doch gut. In Brake z.B. fing es an zu regnen, als wir ankamen. Die Halle war nicht wirklich groß, aber "irgendwie" haben wir drinnen gegessen und aus einem winzigen Raum, vollgestopft mit Sängern und Musikern, erschallten abends kräftige Lieder, als ich von der Diskussion über die A20 heimkam. Und mein Zelt, das habe ich auch das erste Mal bei leichtem Regen aufgebaut, auch das ging.

Wie vielleicht zu merken ist, bin ich noch ziemlich angefüllt mit Erlebnissen, und das Geschriebene ist wirklich nur ein klitzekleines Bruchstück. In Gedanken bin ich mit Euch und ich hoffe, dass es nicht nur ein Vorsatz ist, ein wenig mitzuhelfen bei der nächsten Tour, damit sie wieder wahr wird. Denn das wollen wir alle!

Ich könnte jetzt noch schreiben, wie bewegend das Abschiedslied ist, was morgens gesungen wird, aber das mache ich nächstes Jahr. Am Bahnhof in Cuxhaven waren wir plötzlich eine kleine Gruppe Heimreisender, die spontan am Bahnsteig noch gesungen haben. So ist es, und jetzt höre ich auf, bevor ich richtig sentimental werde.