Abenteuer Deutsche Bahn oder NIE WIEDER RE1 Rostock - Hamburg!

Gedränge im RE1 nach HamburgSonntag ist Abreisetag. Ein paar treten die Heimreise standesgemäß per Rad an. Doch die meisten fahren mit dem Zug in die verschiedenen Himmelsrichtungen. Eine spannende Frage ist deshalb für viele, ob man es gut von der polnischen Grenze per Zug bis nach Hause schafft? Unsere niederländische Mitradlerin muss bereits um 6 Uhr starten, denn sie fährt bis ins niederrheinische Kleve mit Regionalzügen und dann noch zwei Stunden Rad.

Für uns Hamburger sieht es besser aus: Trotz der beträchtlichen Distanz brauchen wir nur zweimal umsteigen und sehen recht entspannt 6 Stunden Fahrt entgegen. Wir können noch ein bisschen Camp-Atmosphäre genießen und andere verabschieden. Ein wenig nervös sehen wir dem Zug nach Cottbus entgegen. Wird die Regionalbahn die vielen Räder fassen? Doch glücklicherweise ist im Zug mehr Platz als gedacht! In Cottbus haben wir Zeit und helfen erst einmal anderen bei ihrem Umstieg. Unsere Räder werden in der Zwischenzeit von der überaus netten Zugbegleiterin der Regionalbahn bewacht;-)

Von Cottbus bis Schwerin können wir durchfahren und das ziemlich gemütlich in der gut gefüllten, aber nicht überfüllten ODEG. Baustellen und Umleitungen in Berlin verzögern die Fahrt, also empfiehlt uns die ebenfalls freundliche Zugbegleiterin in Schwerin Süd umzusteigen.

Der RE 1 fährt ein und das Märtyrium beginnt! Zunächst die Suche nach einem Platz für das Rad: Wir quetschen uns in das vordere Fahrradabteil, weil die Zugbegleiterin in der Tür vom mittleren Abteil steht und ruft "Hier ist voll!". Dort hätte es jedoch noch viel mehr Platz gegeben.

So stehen wir eng gedrängt zwischen den Rädern. Ein Mitfahrer, der sonst meistens sein Fahrrad ins Auto packt, erzählt ziemlich verärgert über die fehlgeschlagene Fahrradplatzreservierung per App für den IRE Berlin-Hamburg. Insgesamt mehr als 8 Stunden Fahrt und der fehlende Komfort im Regionalexpress - so bald wird ihn die Bahn nicht mehr sehen.

Eine Familie mit Kindern, die auf Bornholm war und noch weiter nach Bonn muss, bangt um den Anschluss zum Intercity mit ihren Fahrradreservierungen. Wenn sie den IC verpassen, schaffen sie es nicht mehr am Abend bis nach Hause. Für welches Verkehrsmittel werden sie sich das nächste Mal entscheiden?

Uns jedenfalls ist der RE1 Hamburg - Rostock verleitet. Warum gibt es auf dieser wichtigen Strecke  - für Pendler wie für Urlauber - nur einen miserablen Zweistunden-Takt? Warum nicht mehr Wagen und wie beim Metronom einen Fahrradwagen? Wie will die Politik und die Bahn mehr Menschen zum Bahnfahren ermutigen, wenn Bahnfahren auf dieser (und anderen) Strecke(n) nur Gedränge und Verspätung bedeutet?

Es ist noch ein langer Weg zu einer umweltfreundlichen Mobilität!