Tour 2013 am Zielort Marburg angekommen!

Tour de Natur quert die B3 bei MarburgNach 14 Tagen ist die Umwelt-Radtour in Marburg eingetroffen. Von Stuttgart aus ging es an Neckar und Main entlang zur Lahn, vorbei an Spessart und Odenwald, aber auch über die Höhen des Taunus. Steigungen und heiße Tage ließen den Schweiß rinnen, willkommene Erfrischung brachten Regengüsse, Eisschlecken und der Sprung ins kühle Nass. Insgesamt waren mehr als 180 TeilnehmerInnen auf der 600 km langen Strecke dabei, pro Tag sind bis zu 125 Menschen mitgeradelt.

Auf der Schlussetappe ging es - leider nicht über die B3, aber immer an ihr entlang - in die Marburger Innenstadt zur Kundgebung auf dem Marktplatz. Der Marburger SPD-Oberbürgermeister Egon Vaupel sprach sich generell wohlwollend, doch nicht sehr engagiert für die Einrichtung eines Radschnellweges aus, der den Radverkehr in Schwung bringen könnte. Marburg hat im ADFC-Fahrradklimatest sehr schlecht abgeschnitten, was nicht so sehr an der hügeligen Topografie liegt. Schlecht bewertet wurden beispielsweise lange Wartezeiten an den Ampeln und zu schmale Radwege.

Das Thema Bienensterben begleitete die Tour ab Wetzlar. Die ehrenamtlichen GreenpeacerInnen führten in Wetzlar, Gießen und Marburg ihr Straßentheaterstück auf und informierten, was zum Schutz der unermüdlichen Helferinnen in Gärten, auf Wiesen und Feldern getan werden muss.

Vom Marktplatz ging es zum Stadtverordnetensaal. Dort diskutierten Marburger Politiker mit Aktiven der Bürgerinitiative und den Tourteilnehmern über die Verlärmung durch die B 3 und was dagegen getan werden kann. Die vorgebrachten Lösungsvorschläge der Politiker klangen ziemlich ernüchternd und wenig ambitioniert. Es wurden zwar auch ein Gesamtverkehrskonzept und die Stadtbahn als Alternative angesprochen. Doch die Politik konzentriert sich nicht darauf, die Stadtautobahn überflüssig zu machen, sondern nur ihre Auswirkungen zu mildern. Ob nun Untertunnelung oder Einhausung favorisiert wird, die Finanzierung ist in beiden Fällen bislang nicht geklärt. Als Sofortmaßnahmen könnten ein Tempolimit von 80km/h für Autos und 60 km/h für LKWs und „Flüsterasphalt“ den Lärm mindern. Bei der heißen Diskussion über das Tempolimit war wieder einmal deutlich zu sehen, dass das Recht auf "freie Fahrt" für Autofahrer immer noch ein großes Gewicht hat, selbst wenn es wie in diesem Fall das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit der AnwohnerInnen einschränkt. Dabei ist schon hinreichend bekannt, dass Lärm krank macht. Das Thema hat auch eine starke soziale Dimension, denn in der Nähe der Straße wohnen viele Menschen mit geringem Einkommen.

Wir hoffen, dass die Tour de Natur auch in Marburg Anstöße zum Umdenken gegeben hat! Vielerorts haben wir von den dort aktiven Menschen die Rückmeldung bekommen, dass sie sich von der Demotour unterstützt und ermutigt fühlen. Außerdem stellt die Radtour für viele TeilnehmerInnen eine spannende neue Erfahrung dar. Sie gibt Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung und neue Einblicke.

Am Ende dieser letzten Etappe erwartet die TourteilnehmerInnen ein leckeres Abschlussbüffet. Die mobile Küche unter Wam Kat zieht noch einmal alle Register ihrer veganen Kochkünste! An dieser Stelle herzlichen Dank an Wam und seine fleißigen HelferInnen, die uns so gut versorgt haben.

Ausblick auf 2014: Im kommenden Jahr geht es an Rhein und Ruhr, dort warten viele Verkehrs- und Umweltthemen auf uns …

Und nicht vergessen – die Tour de Natur ist eine Mitmachtour: Wenn du Lust hast, dich einzubringen, melde dich einfach und sei bei einem der nächsten Treffen dabei!

über die Höhen des TaunusMusik spielen während der FahrtSchild gegen Radwege für Integrationgelbe Ballons symbolisieren die BienenAbschlussabend mit Musik