Von Franken nach Hessen

 

Oetinger VillaInzwischen ist die Radtour in Darmstadt eingetroffen und hat die altehrwürdige Oetinger Villa - heute ein alternatives Jugendzentrum - in Beschlag genommen. Matten, Schlafsäcke und Packtaschen in allen Ecken; Zelte stehen als Farbtupfer zwischen uralten Bäumen. Nicht zu glauben, dass diese mächtigen Bäume der Nordostumfahrung Darmstadt zum Opfer fallen sollten! Die sollte nämlich unter dem Terrain durch einen Tunnel führen, für Baumwurzeln wär dann natürlich kein Platz mehr.

Nach den anstrengenden beiden Etappen ab Würzburg - 60km hügelig bei 35°C im Schatten - hielten sich Hitze und Steigungen heute in Grenzen. Den Spessart haben wir nun ganz hinter uns gelassen, den Odenwald am Rande gestreift. In der Ferne konnten wir schon Frankfurt erspähen. Mit großen Gewerbegebieten buhlen die Gemeinden um Arbeitsplätze, Wohngebiete sind großzügig angelegt - passend dazu die gut ausgebaute Straßen-Infrastruktur.

Die gut 120 RadlerInnen fahren durch die Orte und schmettern "Mobil ohne, ohne Auto mobil", Die Aufforderung "Komm steig um, in die Bahn" hat einen Haken: ob in Großostheim bei Aschaffenburg oder in den hessischen Gemeinden Groß Zimmern und Roßdorf - es gibt hier keine Bahn mehr! Busse stehen im Stau und stoßen einfach an ihre Kapazitätsgrenzen, die Idee einer Bahnreaktivierung gewinnt an Attraktivität. Es bleibt also zu hoffen, dass sich die Vernunft durchsetzt!

Darmstadt ist Grün, jedenfalls was den Oberbürgermeister und einen Teil des Stadtrat angeht. Dennoch wird unter anderem an der Westtangente festgehalten. Wie passt das zusammen und was tut sich in Darmstadt für den umweltfreundlichen Verkehr? Wir werden morgen bei unserer Kundgebung auf dem Luisenplatz den Politikern auf den Zahn fühlen ...

Mottowagen vor fränkischem FachwerkInfos zum stillgelegten Bahnhof GroßostheimTheater am stillgelegten BahnhofTour hält am ehemaligen Bahnknotenpunkt Groß ZimmernStraßenschilder "Güterstraße" und "Bahnstraße"Radlergruppe

Kommentare

Viele Grüße

Grüße an alle Radler der Tour de Natur.

Kurz nach eurem Start in Großostheim Richtung Darmstadt habt ihr mir nett zugewunken (ich saß auf dem Mähdrescher und habe gerade ein Feld abgeerntet).

Die Strecke Großostheim - Darmstadt kann man übrigens gut täglich mit dem Pedelec bewältigen. Es geht unter einer Stunde, habe ich schon öfter gemacht. Die Radwege reichlich und nahtlos vorhanden.

Die Anbindung mit der Bahn an Städte wie Frankfurt, Offenbach oder Darmstadt ist eigentlich ganz gut. Nur leider gibt es eben nicht in jedem Dorf einen Bahnhof. Aber man muss meist nur wenige Kilometer fahren zur nächsten Haltestelle. Es stellt sich natürlich die Frage, ob jedes Dorf ans Bahnnetz angebunden werden sollte....

Andererseits ist im Rhein-Main-Gebiet natürlich der Verkehrskollaps vorprogrammiert: siehe A3 zw. Aburg und Frankfurt, Darmstadt und Umgebung, oder auch die Strecke Großostheim - Aschaffenburg zu Stoßzeiten.

Dennoch siegt bei vielen bei der Wahl des Verkehrsmittels der Zeitfaktor. Oft brauchen die öffentl. Verkehrsmittel einfach zu lange, so dass doch auf das Auto zurückgegriffen wird.

Viel Spaß weiterhin....

Radlergrüße zurück

Danke für deinen Kommentar! Natürlich sind wir dafür, sich im einzelnen anzuschauen, wo sich ein Ausbau der Bahn anbietet und Potential hat. Beispiel Großostheim-Aschaffenburg: Dort nutzen momentan ca. 1000 Menschen täglich den Bus und es fahren zwischen 15.000 und 22.000 Fahrzeuge über die Staatsstraße. Für die Reaktivierung müssten nur 800 m bzw. 2 km Schiene verlegt werden. Eine Bahnanbindung könnte dann aber viele Menschen zum Umstieg bewegen, da die Bahn wesentlich schneller als der Bus wäre. Erfahrungsgemäß ist die Bahn auch wesentlich attraktiver als der Bus ...