Stadt Marburg untersagt das Demonstrieren auf der Stadtautobahn, wir wehren uns!

Raddemo auf der A44, Kassel 2008

Gestern erreichte die Tour-Organisatoren die schlechte Nachricht: Die Stadt Marburg untersagt am 10. August das Befahren der 5,5 km langen "Stadtautobahn" B3 in Marburg. Genau hier aber will die Radtour mit rund 150 bis 200 Teilnehmern gegen die Verlärmung der Marburger Innenstadt und für Alternativen in der Verkehrsplanung demonstrieren! Deshalb haben die Organisatoren sofort Widerspruch eingelegt.

Der Schlussspurt über die B3 in Marburg stellt nämlich einen Höhepunkt der diesjährigen Tour de Natur dar, hier möchte die Umwelttour zusammen mit zahlreichen Marburgerinnen und Marburgern darauf hinweisen, dass Verkehrsprobleme auch anders gelöst werden können. 30 Minuten lang wollen die Radlerinnen und Radler für Ruhe auf der autobahnähnlichen, 4-spurig mit Mittelleitplanke ausgebauten Straße sorgen - die sonst für Dauerlärm sorgt! Weniger Lärm bedeutet ein mehr an Lebensqualität für Marburg. Bei der geplanten Demo mischt auch die Bürgerinitiative „Stadtautobahn“ mit, die sich vor Ort dafür einsetzt, das innerstädtische Teilstück der B3 unter die Erde zu bringen.

Kleiner Rückblick: Schon 2008 sollte der Tour de Natur das Befahren des A44-Stummels bei Kassel verwehrt werden. In diesem Jahr wurde auch eine andere Demonstration zu Fuß am 14. Juni 2013 auf Teilstücken der B3 wurde zunächst abgelehnt. In beiden Fällen hat die 2. Instanz am VGH in Kassel im Sinne der Demonstrierenden entschieden. Tour de Natur-Mitorganisator und Demonstrationsleiter Wolfgang Schuch ist also optimistisch: "Wir sehen das ganze sportlich. Es sind noch 10 Tage Zeit, in unserem Sinne wurde bereits zwei Mal Recht gesprochen. Die vorgebrachten Ablehnungsgründe sind jetzt noch schwächer als zuvor.“

Während die Organisatoren mit allen Mitteln für das Recht auf Demonstration auch auf der B3 durch Marburg kämpfen, ist die Tour de Natur schon seit vergangenem Samstag unterwegs. Aktuell veranstalten die RadlerInnen einen Aktionstag in Würzburg und radeln morgen weiter. Die nächsten Etappenorte sind Faulbach und Großostheim bei Aschaffenburg sowie Darmstadt und Frankfurt.

Es geht weiter für einen besseren öffentlichen Verkehr, für bessere Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger und gegen unnötige Betonpisten - radel spontan ein Stück mit!