Extratour zum Bundesverwaltungsgericht

Autobahngegner und -befürworter vor dem BundesverwaltungsgerichtVor dem Bundesverwaltungsgericht wurde am 13. März die Klage des BUND gegen den Bau der A44 verhandelt. Zu diesem Termin sind für die Autobahnbefürworter sogar Busse aus Nordhessen nach Leipzig organisiert worden - die Asphaltlobby läßt grüßen! Und damit auch die Seite der Umwelt nicht zu kurz kommt, haben sich eine Reihe von von Umweltschützern und Autobahngegnern auf den Weg gemacht. Es ist einfach unglaublich, wie sich die Politik mit Unterstützung der Wirtschaftsverbände immer noch vehement für neue Autobahnen einsetzen!

Deutschland hat mit rund 52.500 Kilometer Fernstraßen - davon 12.845 Kilometer Autobahnen - eines der dichtesten Netze weltweit. 94 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen erreichen die nächste Auffahrt innerhalb einer halben Autostunde, so eine aktuelle Studie aus dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Außerdem fordert der Bevölkerungsrückgang und ein starker Trend im Mobilitätsverhalten weg vom eigenen Auto ganz andere Maßnahmen - nämlich einen besser ausgebauten Öffentlichen Verkehr, attraktive Verbindungswege für Radfahrer und Fußgänger. Wie wenig Beachtung umweltfreundliche Verkehrsteilnehmer bekommen, zeigt sich gerade im Moment noch an dick vereisten Radwegen.

Update 28. März: Heute gab das Bundesverwaltungsgericht heute seine Entscheidung für den Weiterbau der A44 bekannt. "Insgesamt würden die verkehrlichen Gründe für den Bau der Autobahn in diesem Bereich - Lückenschluss der A 44 zwischen Kassel und Eisenach - die Belange von Naturschutzräumen wie FHH-Gebiete überwiegen." Sprich: Es bleibt ja noch genug Natur für die betroffenen Arten und so wird diese Betonpiste zum Wohle des Autofahrers eben weiter gebaut.Allerdings ist die Entscheidung recht knapp ausgefallen und nur durch Prozesserklärungen zum Artenschutz durch das Land Hessen. Der BUND hofft trotzdem auf eine Neubewertung, denn die Verkehrsprognosen gehen zurück.

Für uns ist das Grund genug weiter zu kämpfen - gegen neue Betonpisten und für eine ökologische und soziale Mobilität!

Das Thema Mobilität steht bei der diesjährigen Tour de Natur ganz oben auf unserer Agenda: Auf dem Weg von Stuttgart nach Marburg radeln wir unter anderem gegen die Westumfahrung Würzburg B26n und setzen uns zusammen mit der AUA gegen die A66 quer durch Frankfurt ein. An etlichen Orten ließe sich mit Reaktivierungen und Verbesserungen der Schieneninfrastruktur gut die Verkehrsprobleme lösen. Auf der Zielgeraden führt die Demo sogar über die Marburger Stadtautobahn!

Weitere Infos zu Solimob und der A44 Kassel-Eisenach

Die Tour de Natur hat sich 2008 das Demorecht für den A44-Stummel bei Hessisch-Lichtenau erstritten und hat mit über 200 Radlern die Autobahn in Besitz genommen!

Tourgeschichte nachzulesen im Robin Wood-Magazin "Autobahn wird zur Fahrradstraße" (als PDF)

Radlerdemo über die A44 bei Heli