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Auf den Hund gekommen

Hündin Lotta im Lenker-KörbchenGestern ist die Tour in Brandenburg eingetroffen, wo heute der Aktionstag mit Vorträgen, Workshops und Exkursionen stattfindet. Wettermäßig hat sich der Sommer zurückgemeldet. Auf dem Gelände der Krugparkschule stehen und sitzen Grüppchen, die Musik machen oder Theater proben oder bei veganem Gulasch nett plauschen... Und mittendrin wuselt die Hündin Lotta herum, die sich die Herzen der Tourteilnehmer im Sturm erobert hat. Lotta fährt im Lenker-Körbchen mit und lässt sich auch von vierbeinigen Passanten nicht aus der Ruhe bringen. Solch verträgliche tierische Demoteilnehmer sind jederzeit bei der Tour de Natur willkommen!

Tour mit Hündin

Schwebende Friedensengel am Panzerdenkmal

Nachdem wir gestern schon vom Fotografen und Friedensaktivisten Bernd Luge mit einem Diavortrag eingestimmt wurden, radelten wir heute auf der einzigen öffentlichen Straße durch die Heide. Links und rechts der Straße Wald und Buschlandschaft, davor in regelmäßigen Abständen Schilder, die vor dem Betreten des Geländes warnen oder auf einen möglichen Zusammenstoß mit einem Panzer hinweisen.

Die Colbitz-Letzlinger Heide wird schon seit langem militärisch genutzt, inzwischen auf Hightech-Niveau. Soldaten bekommen hier vor ihren Auslandseinsätzen eine spezielle Ausbildung.

Die Bundeswehr wirbt mit diesem Hochtechnologie-Übungsplatz, die Bürgerinitiative OFFENe HEIDe stellt sich seit fast 20 Jahren dagegen und für eine friedliche Nutzung.

Um deren Anliegen zu untermauern, haben Aktivisten der Tour de Natur das Geschützrohr des ausgedienten russischen Panzers erklommen und dort einen Kranz aufgehängt: "Ausgedient für immer" und "Stoppt alle Rüstungsexporte" steht auf den Trauerschleifen. Dann sind zwei Aktivisten als „Friedensengel“ hochgeklettert und haben schwebend Geige gespielt – zu dem Lied "Es ist an der Zeit".

Aktueller Anlass sind die Waffenexporte nach Saudiarabien. Gegen den Waffenhandel gibt es übrigens eine Unterschriftenliste.

"Staffellauf" der Bürgerinis

Staffellauf auf einer Demo-Radtour, wie geht denn das?! Einige Bürgerinitiativen aus Niedersachen und Sachsen-Anhalt haben sich für unsere Tour etwas besonderes ausgedacht. Sie hatten die Idee, uns jede ein Stück weit zu begleiten und uns jeweils mit einer Aktion an die nächste BI zu übergeben. Die BIs gegen die A39 bei Lüneburg haben uns bei Regen und Gegenwind und 13°C in Brietlingen vor Lüneburg empfangen. Mehr Glück mit dem Wetter hatten die Wendländer BI Lüchow-Dannenberg, die die Radler von Neu Darchau bis nach Gorleben zum und um den "Schwarzbau" begleitet haben. Hier ging der "Staffelstab" in Form eines Protest-T-Shirts an die BI "Kein CO2-Endlager in der Altmark", die die Tour de Natur mit Trommelwirbel empfangen hat. Mit den Trommeln auf den Rädern sind diese bis Bismark mitgekommen, wo uns die BI gegen das Kohlekraftwerk Arneburg begrüßt hat. Dort haben die BIler zusammen mit den Tour de Natur-Teilnehmern die Kohlekraft samt CO2-Verpressung beerdigt - mit Trauerkranz, Trauerrede und Trauerzug auf dem Marktplatz in Bismark. Als letzte BI nahm die OFFENe HEIDe den Staffelstab in Gardelegen entgegen.

Verbunden war dieser Staffellauf mit spannenden Info-Veranstaltungen und Aktionen und zeigte eine klasse Vernetzung über die eigenen Themen hinaus! Ganz lieben Dank für diese klasse Idee und Umsetzung an alle Beteiligten.

Die Tour de Natur 2011 ist gestartet!

Uff, geschafft, bis zur letzten Minute Absprachen und Presseerklärungen. Nun geht es per Rad los. Das heißt nein, die Tour ist natürlich schon am Samstag gestartet. Bei regnerischem Wetter sind wir mit 60-70 Leuten durch Hamburg geradelt, dann bei noch kühleren Temperaturen und Regen am Sonntag nach Krümmel und Lüneburg. Erst bei der Fahrt ins Wendland lässt sich die Sonne blicken und heute am "Aktionstag" war der Sommer zu spüren. Hoffentlich bleibt das Wetter gut! Doch die Teilnehmer haben sich von den schlechten Wetteraussichten nicht abhalten lassen, von Etappe zu Etappe wächst die Tour auf mittlerweile rund 120 Menschen. Dabei sind viele Familien mit Kindern und Jugendlichen, viele neue Gesichter. Und eine gute Stimmung.

Die Tour de Natur ist natürlich nicht nur zum Spaß am Radfahren da. So ging es in Hamburg um den vegetarischen Tag und die schlechten Bedingungen für Radfahrer, in Krümmel und hier im Wendland ist der schnellstmögliche Atomausstieg das Thema. Um Lüneburg gilt es unsinnige Verkehrsprojekte zu verhindern - die A39 und die die Elbbrücke in Neu Darchau. Wir hatten schon einige schöne Begegnungen mit engagierten Menschen, mit Widerstandsgeschichten. Morgen geht es entlang der Castorroute nach Gorleben... noch 11 Etappen bis Berlin.

Über 1000 Brücken gegen Flüchtlingsdiskriminierung radeln

Während bei der Tour de Natur mit Hochdruck die nächste Demo-Rad-Tour im Sommer 2011 vorbereitet wird, die sich neben Energie- und Verkehrs-Thematik auch mit dem Thema Frieden und friedliche Konfliktlösung auseinandersetzen wird, schwingt sich Liedermacher und Radikalpoet Heinz Ratz bei Schnee und Eis auf sein Rad - für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.

Auftakt ist das Konzert am 6. Januar 2011 in München im Feierwerk. Und ab dem 7. Januar bietet die "Tour der 1000 Brücken" Möglichkeit zum Mitradeln.

Wir wünschen gutes Gelingen und viele MitradlerInnen und KonzertbesucherInnen!

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