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Spurensuche im Rheinischen Revier

Radfahrer vor BraunkohlebaggerDie nächste Tour de Natur rückt näher, deshalb ging es zu Ostern ins Rheinland, ein Stück Strecke abradeln.

Braunkohle ist klimaschädlich. Sicher, das ist sie. Und wie schlimm die Folgen des Klimawandels sind, das ist uns eigentlich auch bewusst. Aber das ist weit weg. Aber wie viel Zerstörung sie vor Ort hier mitten in Deutschland anrichtet, das ist den meisten von uns überhaupt nicht klar. In seinen gigentischen Dimensionen lässt sich das erst so richtig ermessen, wenn man sich vor Ort auf die Spur der Braunkohle begibt.

Also begeben wir uns von der S-Bahn-Station Buir über die gerade verlegte Autobahn nach Morschenich zu den Widerständlern am Hambacher Forst. Hier herrscht nicht nur buntes Campleben, sondern vor allem der starke Willen, sich gegen RWE für den Erhalt des Hambacher Forsts einzusetzen. Sicherheitsleute von RWE umrunden mit weißen Geländewagen das Camp und beobachten argwöhnisch das Treiben.

Weiter zum Tagebau. An einem hübsch gemachten Ausguck bietet sich ein weiter Blick über den Tagebau Hambach - von der aufgeschütteten Sophienhöhe bei Jülich bis zu den gefräßigen Baggern, die sich Richtung Manheim wühlen. Hinter dem riesigen Tagebau stehen vier Kraftwerke, die Wasserdampfwolken und jede Menge Kohlendioxid ausstoßen.

Entlang des Tagebau radeln wir über die Kohlenbahn, auch diese groß dimensioniert. Beim Verladen sehen wir eine Staubwolke, neben den Schienen Kohlenspuren. Kein Wunder, dass die Menschen in dieser Gegend erheblich mehr Atemwegskrankheiten haben.

Kritische Aktionäre starten am 12. April eine Fahrradkarawane zu RWE

Schattenriss eines Radfahrers mit SchriftzugProtestradtouren sind uns Tour de Natur-OrganisatorInnen natürlich durch und durch sympathisch. Erst recht, wenn es um die klimaschädliche Braunkohle geht, die wir in diesem Jahr auf unserer Agenda haben. Deswegen rufen wir alle auf, sich an der Fahrradkarawane der Kritischen Aktionäre zu beteiligen und den Protest gegen Braunkohleabbau- und Verstromung durch das Rheinische Revier bis zur Konzernzentrale nach Essen zu tragen. Dort findet am 16. April die RWE-Hauptversammlung statt.

Weitere Infos stehen hier.

Anmelden kann sich jeder auf der Facebook-Seite des Dachverbands der Kritischen Aktionäre.

Tagebau-Mondlandschaft

Erste Schritte zur Tour 2014: das Treffen in Kassel

Spaziergang beim VorbereitungstreffenIm herbstlichen Kassel haben wir die vergangene Tour Revue passieren lassen und uns erste Gedanken für die Tour 2014 gemacht. Richtig viele Leute sind zur Freien Schule gekommen, mehr als 30 Gesichter, alt und jung, Tourküken und alte Hasen.

Wie immer bei solchen Treffen besteht jede Menge Bedarf sich auszutauschen und zahlreiche Punkte zu klären. Hitzige Diskussionen und strukturierende Elemente, Erfahrung und frische Gedanken. Auch am Abend wurde in kleinen Gruppen weiter organisiert und Ideen gesponnen, aber auch über Gott und die Welt geschnackt und zur Gitarre, zum Banjo oder der Querflöte gegriffen.

Ein schöner Herbstspaziergang hat die Köpfe freigeblasen. Musik und gemeinsames Singen, sich an schöne Momente erinnern und mit einem Glas Wein oder (Malz)Bier den Abend ausklingen lassen, das gehört ebenso zu einem Tourtreffen!

Hier die wichtigsten Ergebnisse für die Tour de Natur 2014:

Sie wird von Bonn über Köln und Düsseldorf durchs Ruhrgebiet führen und thematisch die ganze Palette von Verkehrsthemen umreißen, aber auch ganz stark die Energiepolitik ansprechen. Schließlich geht es durchs Rheinische Braunkohlerevier. Der Strukturwandel im Ruhrpott eröffnet manch spannende Perspektiven.

Lass dich überraschen und radel auf jeden Fall ein Stück mit - vom 27. Juli bis zum 9. August 2014 sind wir wieder unterwegs.

Tour 2013 am Zielort Marburg angekommen!

Tour de Natur quert die B3 bei MarburgNach 14 Tagen ist die Umwelt-Radtour in Marburg eingetroffen. Von Stuttgart aus ging es an Neckar und Main entlang zur Lahn, vorbei an Spessart und Odenwald, aber auch über die Höhen des Taunus. Steigungen und heiße Tage ließen den Schweiß rinnen, willkommene Erfrischung brachten Regengüsse, Eisschlecken und der Sprung ins kühle Nass. Insgesamt waren mehr als 180 TeilnehmerInnen auf der 600 km langen Strecke dabei, pro Tag sind bis zu 125 Menschen mitgeradelt.

Auf der Schlussetappe ging es - leider nicht über die B3, aber immer an ihr entlang - in die Marburger Innenstadt zur Kundgebung auf dem Marktplatz. Der Marburger SPD-Oberbürgermeister Egon Vaupel sprach sich generell wohlwollend, doch nicht sehr engagiert für die Einrichtung eines Radschnellweges aus, der den Radverkehr in Schwung bringen könnte. Marburg hat im ADFC-Fahrradklimatest sehr schlecht abgeschnitten, was nicht so sehr an der hügeligen Topografie liegt. Schlecht bewertet wurden beispielsweise lange Wartezeiten an den Ampeln und zu schmale Radwege.

Das Thema Bienensterben begleitete die Tour ab Wetzlar. Die ehrenamtlichen GreenpeacerInnen führten in Wetzlar, Gießen und Marburg ihr Straßentheaterstück auf und informierten, was zum Schutz der unermüdlichen Helferinnen in Gärten, auf Wiesen und Feldern getan werden muss.

Demoverbot die Zweite - und Widerspruch in dritter Instanz abgelehnt!

auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen über die fast-Autobahn

Update 9. August:

Die schlechte Nachricht kam genau in dem Moment, als die Demoradtour vor Wetzlar über die B49 fuhr, die ähnlich wie die B3 autobahnartig ausgebaut ist. Das VGH in Kassel hat nämlich den Widerspruch gegen das Verbot für die Tour de Natur abgelehnt, auf der B3 in Marburg zu demonstrieren. Die Tour-OrganisatorInnen sind sehr enttäuscht und können die Gründe nicht nachvollziehen. Warum sollte das Grundrecht auf Demonstration für ein Teilstück auf einer Kraftfahrtstraße von einer Ausfahrt zur nächsten Vorrang vor dem fließenden Autoverkehr haben und für die Demo zur übernächsten Ausfahrt außer Kraft gesetzt werden? Gerade wenn es wie hier in Marburg genau um diese 5,5 km Bundesstraße geht und um deren Auswirkungen? Durch den starken Auto- und Lkw-Verkehr wird hier die Marburger Innenstadt extrem verlärmt. Die Tour de Natur beißt in den sauren Apfel und führt ihre Demoroute am Samstag 10. August direkt entlang der Betonschneise. Dann können die 150 bis 200 Radlerinnen und Radler zwar nicht für einen kurzen Zeitraum für Stille sorgen, doch live miterleben, wie sehr diese Verkehrsachse die Lebensqualität beeinträchtigt!

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