Blogs

Der Sommer wird heiß! Oder: In Stuttgart begrüßt, in Marburg der Stadtautobahn verwiesen

Tour de Natur über die AutobahnMorgen geht's endlich los, mit dem Auftakt für die Tour 2013 in Stuttgart. Die Stuttgarter, ob Naturfreunde Radgruppe oder Parkschützer, haben fleißig für die Raddemo und Kundgebung getrommelt. 1000 Menschen werden morgen Nachmittag erwartet, los geht's um 16.30 Uhr am Hauptbahnhof und an den Wagenhallen, wo das 3. Europäische Forum gegen unnütze Großprojekte zusammenkommt. Und - wer hätte es gedacht! - beim Tour-Auftakt geht es um Stuttgart 21. Immer noch sind zahlreiche Menschen aktiv, um die Deutsche Bahn und die Politiker zur Vernunft zu bringen. Zahllose Gründe sprechen gegen das Megaprojekt, nicht zuletzt die Versenkung von Milliarden Steuergeldern.

Stuttgarts OB Fritz Kuhn hat uns sogar ein Grußwort geschickt, geht aber dem direkten Dialog und unbequemen Fragen aus dem Weg. Immerhin will er sich für Verbesserungen auf Stuttgarts Straßen einsetzen: "Die Reduzierung von Stress, Lärm und Feinstaubbelastung, die Verbesserung des Modal Splits und der Verkehrssicherheit sowie die Förderung intermodaler Verkehrsarten stehen daher ganz oben auf meiner Agenda für Stuttgart." Wir werden weiter verfolgen, was im Süden passiert!

Extratour zum Bundesverwaltungsgericht

Autobahngegner und -befürworter vor dem BundesverwaltungsgerichtVor dem Bundesverwaltungsgericht wurde am 13. März die Klage des BUND gegen den Bau der A44 verhandelt. Zu diesem Termin sind für die Autobahnbefürworter sogar Busse aus Nordhessen nach Leipzig organisiert worden - die Asphaltlobby läßt grüßen! Und damit auch die Seite der Umwelt nicht zu kurz kommt, haben sich eine Reihe von von Umweltschützern und Autobahngegnern auf den Weg gemacht. Es ist einfach unglaublich, wie sich die Politik mit Unterstützung der Wirtschaftsverbände immer noch vehement für neue Autobahnen einsetzen!

Deutschland hat mit rund 52.500 Kilometer Fernstraßen - davon 12.845 Kilometer Autobahnen - eines der dichtesten Netze weltweit. 94 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen erreichen die nächste Auffahrt innerhalb einer halben Autostunde, so eine aktuelle Studie aus dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Außerdem fordert der Bevölkerungsrückgang und ein starker Trend im Mobilitätsverhalten weg vom eigenen Auto ganz andere Maßnahmen - nämlich einen besser ausgebauten Öffentlichen Verkehr, attraktive Verbindungswege für Radfahrer und Fußgänger. Wie wenig Beachtung umweltfreundliche Verkehrsteilnehmer bekommen, zeigt sich gerade im Moment noch an dick vereisten Radwegen.

Angekommen...

Wir haben es geschafft!! Nach rund 570 km ist die Tour de Natur aus Halle in Greifswald angekommen. Der letzte Tag führte uns am ehemaligen Kraftwerksstandort Lubmin vorbei. Hier gab es eine Kundgebung von der BI "Kein Kohle-Kraftwerk in Lubmin", diese BI löst sich nach erfolgreicher Verhinderung auf. Nun sollen Regenerative Energien gefördert werden. In Greifswald regnet es wiedermal, ... zu dumm,... oder auch nicht, denn es ist genau die Zeit, die zum Pläuschen mit dem Oberbürgermeister eingeplant ist und wir haben genung Unterstellmöglichkeiten. Wat nen Glück,...

Außerdem füllt sich immer mehr unsere Foto- und auch die Presse-Seite. Vom NDR wurde sogar ein Fernsehbeitrag gebracht. Guckt doch mal rein.

Gruppenbild, Frank V.

Die Tour grüßt Wolf ganz Herzlich zum Geburtstag und aus diesem Anlass hier ein Abschluss-Gruppenbild., Foto Frank Vogelsteller

Hinterm Kopfsteinpflaster kommt das Meer und der Zirkus

 

3.8. Torgelow - Lassan: 76 km Wegstrecke mit gefühlten 50% Kopfsteinpflaster waren eine Tortour; nur die Besänftigung durch das wunderschöne Moor den Stopp an der Karniner Brücke (Usedom) und einen einmaligen Ausklang am Hafen von Lassan mit Kinderzirkus retten unserem Streckenplaner den Kopf.

An diesem Tag wurden Kinder, Gelenke, Sitzteile und Räder und Andere auf eine harte Probe gestellt. "Hier in Ost-Vorpommern seien die Fernradwege und unsere Routenplanung eben so...". Es gab laute Proteste in der Protesttour.

An der Peene gab es einen Infostopp am wiedervernässten Moor. Spannend durch das Fernrohr anzusehen waren Silber- und Weissreiher. Außerdem gibt es auf diesem über 1000 ha großen Gebiet nun wieder Seeadler und reichlich andere Vögel. Bis 1995 wurde das Gebiet landwirtschaftlich genutzt nun sahen wir eine weite Seenlandschaft. - Beeindruckend!

An der Karniner Brücke kamen wir wieder auf das Thema Bahnausbau zurück. Zur Zeit beträgt die Bahnfahrt von Berlin nach Usedom über 4 Stunden. Mit dem Ausbau von 39 km, als Herzstück fehlt die Brücke, wäre die Strecke in der halben Zeit zu bewältigen. Nach neuen Berechnungen wäre das sogar mehr als rentabel.

Vorpommern weltoffen und bunt, Kundgebung in Pasewalk

Auf dem Marktplatz bekommt der Bürgermeister Unterschriften überreicht, NDR-Fernsehen begleitet uns zum Widerstand gegen Rechts nach Viereck. Baden - Baden und Alternative Energieerzeugung.

Bei Temperturen um die 30 °C kommen wir heute ganz schön ins Schwitzen. Die ersten zwei Info-Stopps können uns hier auch nicht kühlen. Zunächst gilt es die Wasserstoff-Biogas Pilot-Hybrid-Anlage in Prenzlau zu besuchen. Mit 500 kW Leistung kann hier der Windstrom in Wasserstoff umgewandelt werden um in der Biogas-Anlage verstromt zu werden, oder im Gasnetz beigemischt zu werden. Im Anschluss können wir in die Röhre gucken: Von unten in den Turm einer E-82 Windkraftanlage. 

Am Paddelplatz an der Ucker baden und entspannen wir uns, bevor wir auf dem Markrplatz von Pasewalk den örtlichen Zusammenschluss gegen Rechts tatkräftig unterstützen. Das breite zivilgesellschaftliche Bündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ ruft zu friedlichem Protest gegen das sog. „Pressefest“ des rechtsextremen Verlages „Deutsche Stimme“ auf, welches für den 11. August zwischen Pasewalk und Viereck geplant ist. Hier kommt unsere Tour wie gerufen, um Aufmerksamkeit auf das Bündnis zu lenken. Der NDR filmt uns kurz nachddem wir den geplanten Veranstaltungsort in Viereck verlassen, blitz, donnert und grummelt es. Wir haben aber Glück und werden unter den Regencapes vor allem schweißgebadet.

Inhalt abgleichen