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Erste Schritte zur Tour 2014: das Treffen in Kassel

Spaziergang beim VorbereitungstreffenIm herbstlichen Kassel haben wir die vergangene Tour Revue passieren lassen und uns erste Gedanken für die Tour 2014 gemacht. Richtig viele Leute sind zur Freien Schule gekommen, mehr als 30 Gesichter, alt und jung, Tourküken und alte Hasen.

Wie immer bei solchen Treffen besteht jede Menge Bedarf sich auszutauschen und zahlreiche Punkte zu klären. Hitzige Diskussionen und strukturierende Elemente, Erfahrung und frische Gedanken. Auch am Abend wurde in kleinen Gruppen weiter organisiert und Ideen gesponnen, aber auch über Gott und die Welt geschnackt und zur Gitarre, zum Banjo oder der Querflöte gegriffen.

Ein schöner Herbstspaziergang hat die Köpfe freigeblasen. Musik und gemeinsames Singen, sich an schöne Momente erinnern und mit einem Glas Wein oder (Malz)Bier den Abend ausklingen lassen, das gehört ebenso zu einem Tourtreffen!

Hier die wichtigsten Ergebnisse für die Tour de Natur 2014:

Sie wird von Bonn über Köln und Düsseldorf durchs Ruhrgebiet führen und thematisch die ganze Palette von Verkehrsthemen umreißen, aber auch ganz stark die Energiepolitik ansprechen. Schließlich geht es durchs Rheinische Braunkohlerevier. Der Strukturwandel im Ruhrpott eröffnet manch spannende Perspektiven.

Lass dich überraschen und radel auf jeden Fall ein Stück mit - vom 27. Juli bis zum 9. August 2014 sind wir wieder unterwegs.

Tour 2013 am Zielort Marburg angekommen!

Tour de Natur quert die B3 bei MarburgNach 14 Tagen ist die Umwelt-Radtour in Marburg eingetroffen. Von Stuttgart aus ging es an Neckar und Main entlang zur Lahn, vorbei an Spessart und Odenwald, aber auch über die Höhen des Taunus. Steigungen und heiße Tage ließen den Schweiß rinnen, willkommene Erfrischung brachten Regengüsse, Eisschlecken und der Sprung ins kühle Nass. Insgesamt waren mehr als 180 TeilnehmerInnen auf der 600 km langen Strecke dabei, pro Tag sind bis zu 125 Menschen mitgeradelt.

Auf der Schlussetappe ging es - leider nicht über die B3, aber immer an ihr entlang - in die Marburger Innenstadt zur Kundgebung auf dem Marktplatz. Der Marburger SPD-Oberbürgermeister Egon Vaupel sprach sich generell wohlwollend, doch nicht sehr engagiert für die Einrichtung eines Radschnellweges aus, der den Radverkehr in Schwung bringen könnte. Marburg hat im ADFC-Fahrradklimatest sehr schlecht abgeschnitten, was nicht so sehr an der hügeligen Topografie liegt. Schlecht bewertet wurden beispielsweise lange Wartezeiten an den Ampeln und zu schmale Radwege.

Das Thema Bienensterben begleitete die Tour ab Wetzlar. Die ehrenamtlichen GreenpeacerInnen führten in Wetzlar, Gießen und Marburg ihr Straßentheaterstück auf und informierten, was zum Schutz der unermüdlichen Helferinnen in Gärten, auf Wiesen und Feldern getan werden muss.

Demoverbot die Zweite - und Widerspruch in dritter Instanz abgelehnt!

auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen über die fast-Autobahn

Update 9. August:

Die schlechte Nachricht kam genau in dem Moment, als die Demoradtour vor Wetzlar über die B49 fuhr, die ähnlich wie die B3 autobahnartig ausgebaut ist. Das VGH in Kassel hat nämlich den Widerspruch gegen das Verbot für die Tour de Natur abgelehnt, auf der B3 in Marburg zu demonstrieren. Die Tour-OrganisatorInnen sind sehr enttäuscht und können die Gründe nicht nachvollziehen. Warum sollte das Grundrecht auf Demonstration für ein Teilstück auf einer Kraftfahrtstraße von einer Ausfahrt zur nächsten Vorrang vor dem fließenden Autoverkehr haben und für die Demo zur übernächsten Ausfahrt außer Kraft gesetzt werden? Gerade wenn es wie hier in Marburg genau um diese 5,5 km Bundesstraße geht und um deren Auswirkungen? Durch den starken Auto- und Lkw-Verkehr wird hier die Marburger Innenstadt extrem verlärmt. Die Tour de Natur beißt in den sauren Apfel und führt ihre Demoroute am Samstag 10. August direkt entlang der Betonschneise. Dann können die 150 bis 200 Radlerinnen und Radler zwar nicht für einen kurzen Zeitraum für Stille sorgen, doch live miterleben, wie sehr diese Verkehrsachse die Lebensqualität beeinträchtigt!

Frankfurt: Autobahnen und Großflughafen verlärmen eine ganze Region

Banner "Mir is hier zu laut, ich fliesch auf de Insel"Montag, 5. August: Wir nähern uns der Mainmetropole, die Gegend wird zunehmend urbaner. Zum Flughafen radeln wir über eine autobahnartig ausgebaute Bundesstraße. Das ist eher eine der kleineren Straßen, wie wir beim Überqueren von diversen Autobahnen feststellen.

Punkt 18 Uhr trifft die Tour mit 120 RadlerInnen am Flughafenterminal ein und wird von mehreren Dutzend Aktiven der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm lautstark mit Trommeln und Rasseln begrüßt. Wir ziehen gemeinsam zur Kundgebung ins Flughafengebäude, dürfen aber nur unsere 5 schönsten Räder mit hinein nehmen. Lautstark sind wir auch drinnen, es gibt Schilder der betroffenen Gemeinden und Stadtteile, zwei Tourteilnehmer tragen das Banner  herum. Von den Passagieren kommen irritierte oder auch neugierige Blicke. Es geht darum, die Anzahl der Flüge zu deckeln und die Nachtruhe - bislang nur von 23 Uhr bis 5 Uhr - zu verlängern. Besonders bitter finden die lärmgeplagten Menschen der Region, dass rund 50% der Passagagiere in Frankfurt lediglich umsteigen. Das nutzt der Region kein Stück. Ganz abgesehen davon ist Fliegen die klimaschädlichste Form der Mobilität. Spiegel online hat die Folgen der Reiselust aufgezeigt.

Von Franken nach Hessen

 

Oetinger VillaInzwischen ist die Radtour in Darmstadt eingetroffen und hat die altehrwürdige Oetinger Villa - heute ein alternatives Jugendzentrum - in Beschlag genommen. Matten, Schlafsäcke und Packtaschen in allen Ecken; Zelte stehen als Farbtupfer zwischen uralten Bäumen. Nicht zu glauben, dass diese mächtigen Bäume der Nordostumfahrung Darmstadt zum Opfer fallen sollten! Die sollte nämlich unter dem Terrain durch einen Tunnel führen, für Baumwurzeln wär dann natürlich kein Platz mehr.

Nach den anstrengenden beiden Etappen ab Würzburg - 60km hügelig bei 35°C im Schatten - hielten sich Hitze und Steigungen heute in Grenzen. Den Spessart haben wir nun ganz hinter uns gelassen, den Odenwald am Rande gestreift. In der Ferne konnten wir schon Frankfurt erspähen. Mit großen Gewerbegebieten buhlen die Gemeinden um Arbeitsplätze, Wohngebiete sind großzügig angelegt - passend dazu die gut ausgebaute Straßen-Infrastruktur.

Die gut 120 RadlerInnen fahren durch die Orte und schmettern "Mobil ohne, ohne Auto mobil", Die Aufforderung "Komm steig um, in die Bahn" hat einen Haken: ob in Großostheim bei Aschaffenburg oder in den hessischen Gemeinden Groß Zimmern und Roßdorf - es gibt hier keine Bahn mehr! Busse stehen im Stau und stoßen einfach an ihre Kapazitätsgrenzen, die Idee einer Bahnreaktivierung gewinnt an Attraktivität. Es bleibt also zu hoffen, dass sich die Vernunft durchsetzt!

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