Jens Hansen's blog

Radschnellweg Ruhr - gute Ansätze und zu schmale Brücken

Einweihung Radschnellweg RuhrDer Radschnellweg Ruhr soll so etwas wie eine Autobahn für RadfahrerInnen werden

Bei Essen zelebrieren wir mit der Tour de Natur das erste fertige Teilstück des Radschnellweges mit einer feierlichen Einweihung. 5 Meter Breite für zügiges Fahren und gefahrloses Überholen in beiden Richtungen - bislang ein Traum für jeden Alltagsradler und auch erst in einen kleinen Teilstück verwirklicht.
Das besondere an dem Radschnellweg in NRW: Er soll als Landesstrasse gebaut werden! Das heißt durchgängige Qualität des Radweges. Und beim Schneeräumen wäre dann beispielsweise nicht mehr an der Kreisgrenze Schluss. Aber: fast jede Brücke wird zu einer gefährlichen Engstelle.

Das ist auch der Grund, weshalb die Tour de Natur gegen den viel zu schmalen Radweg auf der Schnettkerbrücke vor Dortmund protestieren möchte - und zwar auf der Fahrbahn der A 40, bei deren Breite nämlich nicht gespart wurde. Doch wie wir schon zuvor erfahren haben, misst auch hier die Polizei dem Demorecht nur eine untergeordnete Rolle zu.

Tour erreicht mit Datteln ihr kleinstes Quartier. von Gut-Schläferinnen und Schlecht-Schläfern

TourteilnehmerInnen vor dem Kohlekraftwerk DattelnAm späten Nachmittag erreichen wir die Friedenskirche, unser Quartier in Datteln - die Kirche am Kanal ist kaum größer als ein Wohnhaus. Dennoch: 60 Menschen fanden dicht gedrängt wie in einer Sardinendose ein Plätzchen. Den kreativsten Platz hatten zwei 2 Tourteilnehmer, die spontan in der Nachbarschaft eine Garage gemietet haben. Im Regen kam am Abend noch eine Abordnung von 15 Menschen aus Datteln zu Besuch.
Die mobile Küche steht auf 3 PKW-Stellplätzen vor der Kirche und hätte fast das Schläfer-Zelt auf dem 4 Stellplatz unter Wasser gesetzt. Kommentar dazu: "Ich muss mich in jedem Ort neu auf die Fließgeschwindigkeit des Wassers einstellen!" Denn wenn Wam, unser Koch, vor jedem Topf mit 80 l Inhalt wartet würde, hätten wir wohl auch erst am Abend unser Frühstück :)

Zum Glück hatte Wam zeitig vorgesorgt und in seinen Transportwagen eine Ebene eingebaut, so dass er einen sicheren Schlafplatz fand. - Ein Gut-Schläfer also. :)

Die Tour ist weiter unterwegs ...

Während der Tour nimmt einen der Tourablauf so in Anspruch, dass eigentlich fast keine Zeit bleibt, die spannenden Themen und Ereignisse online zu stellen. Damit du siehst, was so passiert, einfach ein paar Fotos von den letzten Tagen!

Übergabe der Petion gegen Braunkohle  an Vertreter des LandtagsKundgebung durch das FlughafengebäudeRadlerInnen vor dem QuartierKundgebung vor RWE

Stadt Marburg untersagt das Demonstrieren auf der Stadtautobahn, wir wehren uns!

Raddemo auf der A44, Kassel 2008

Gestern erreichte die Tour-Organisatoren die schlechte Nachricht: Die Stadt Marburg untersagt am 10. August das Befahren der 5,5 km langen "Stadtautobahn" B3 in Marburg. Genau hier aber will die Radtour mit rund 150 bis 200 Teilnehmern gegen die Verlärmung der Marburger Innenstadt und für Alternativen in der Verkehrsplanung demonstrieren! Deshalb haben die Organisatoren sofort Widerspruch eingelegt.

Der Schlussspurt über die B3 in Marburg stellt nämlich einen Höhepunkt der diesjährigen Tour de Natur dar, hier möchte die Umwelttour zusammen mit zahlreichen Marburgerinnen und Marburgern darauf hinweisen, dass Verkehrsprobleme auch anders gelöst werden können. 30 Minuten lang wollen die Radlerinnen und Radler für Ruhe auf der autobahnähnlichen, 4-spurig mit Mittelleitplanke ausgebauten Straße sorgen - die sonst für Dauerlärm sorgt! Weniger Lärm bedeutet ein mehr an Lebensqualität für Marburg. Bei der geplanten Demo mischt auch die Bürgerinitiative „Stadtautobahn“ mit, die sich vor Ort dafür einsetzt, das innerstädtische Teilstück der B3 unter die Erde zu bringen.

Entlang der Frankenbahn nach Würzburg

Räder ordentlich in der Turnhalle geparktNach einer trockenen Nacht starten wir bei sehr angenehmen Radelwetter von Tauberbischofsheim Richtung Würzburg. Die Strecke selber lässt sich sehr schön entspannt radeln.Ein paar Kilometer radelt auch der Bürgermeister von Gaubüttelbrunn mit, der uns einen sehr kreativ angelegten Radweg vorstellt. Hier konnte man unter anderem eine Wasserfontäne mit einem Fahrrad in Gang setzen. Der Vormittag vergeht ohne Infostopps einmal sehr entspannt unterhaltsam und wir schaffen dadurch schon die halbe Etappe. In Gaubüttelbrunn verbringen wir unsere Mittagspause. Hier konnte man einen Steinbruch besichtigen, der nicht mehr in Betrieb ist, aber von Künstlern mit vielen verschiedenen Steinskulpturen versehen wurde und dadurch nun sehr bekannt geworden ist. Gegen 17 Uhr erreichen wir das schöne Würzburg. Die Silhouette der Stadt mit ihren barocken Bauten wirkt sehr einladend und fast schon südländisch. In der Stadt selber empfängt uns der Klimabeauftragte der Stadt, der sicher gute Chancen hätte als langweiligster Redner einen Preis zu gewinnen. Er will uns weiss machen, dass die Stadt Würzburg schöne neu angelegte Radwege zu bieten hat. Bei unserer nächtlichen kleinen Tour in die City stolpern wir allerdings über sehr viele Mißstände, da Radwege nicht durchgängig sind , sondern häufig im Nirgendwo enden. Ausserdem lässt die Beschilderung sehr zu wünschen übrig. Wir finden ein einziges Schild Richtung Centrum, dass aber offensichtlich für Autofahrer gedacht ist.

120 Räder in den 1. Stock der Turnhalle, Menschen in den 1. und 2. Stock

Inhalt abgleichen