Susanne Timm's blog

Vattenfall und Tagebaulandschaft

 

Überfreundlicher Empfang bei VattenfallsHeiß beginnt der heutige Tag, als wir uns auf die Räder zu Vattenfall begaben. Der Konzern bereitet uns einen scheinfreundlichen Empfang mit dem Spruch "Willkommen der Tour de Natur" und kühlen Getränken. Doch außer einem Grußwort hat der Kommunikationschef keine Argumente und Fakten. Die Tour präsentiert das Theaterstück "Gerichtsverhandlung - Braunkohle" und Protestlieder, aber auch zwei Lausitzer mit Redebeiträgen. Auch wenn Herr Roland von Vattenfall meinte, dass sich Vattenfall auf sachlicher Ebene bewegen würde, kamen überhaupt keine Entgegnung von Vattenfall - sind dem Konzern die Argumente ausgegangen? Medienvertreter von Funk und Fernsehen hatten sich angekündigt, sind jedoch der Kundgebung fern geblieben. Irgendwie enttäuschend. Vor dem Haus der Gewerkschaft hatten wir dann die Bezirksleiterin der IG BCE, die sich uns zur Diskussion stellte. Allerdings waren ihre Argumente nur die Arbeitsplätze, die es noch in der Braunkohle gibt und Braunkohle als notwendigen Bestandteil im Energiemix. Kein Wort zu den negativen Folgen, keine zu den Umsiedlungen und keine Ideen für einen Strukturwandel in den nächsten 15 Jahren in der Region.

Lausitz zwischen Spreewald, Tierfabriken und Verockerung

durch den märchenhaften Spreewald zur KundgebungGestern konnten wir ein bisschen in Byhleguhre entspannen und uns mit den Planungen für 2016 befassen. Nachmittags ging es dann nach Lübbenau ins Herz des Spreewaldes. Auf dem Weg dahin konnten wir bei angenehmen Temperaturen die schöne Natur genießen und bekamen mit, dass der Radweg entlang der Wasserarme auch zahlreiche Radtouristen anlockt.

In der touristischen Hochburg des Spreewaldes führten wir das Theaterstück "Gerichtsverhandlung - Braunkohle" auf und forderten von der Stadt Lübbenau, sich mit uns für den schrittweisen Ausstieg der Lausitz aus der Braunkohle einzusetzen. Schon allein aus eigenem Interesse sollten die Spreewaldorte aktiv werden, denn bei der Flutung der alten ausgekohlten Tagebaue tritt Eisenocker aus und fließt in die Spree. Und mit der Verockerung ist die Natur des Spreewaldes und damit auch der sanfte Tourismus bedroht.

In der Nähe von Vetschau ist die Verockerung bereits voll im Gange, das Absetzbecken soll wenigstens einen Teil des Schlamms auffangen. Sieben Fließe, sind bereits stark vom Ockerschlamm zugesetzt. Deshalb setzten wir am Reudener Graben zusammen mit Greenpeace Cottbus mit einer Aktion ein Zeichen zur Rettung der Spree und gegen weitere Tagebaue.

Ein weiteres Thema sprachen wir auf dem Marktplatz in Vetschau an - die Tierfabriken, die in Tornitz, aber auch an anderen Standorten in der Lausitz entstehen sollen.

Ockerschlamm hautnah!

Tour kommt in die Lausitz!

heiß ist's - Trinkpause im SchattenInzwischen hat die Tour de Natur über 500 km hinter sich gebracht und ist gestern bei ziemlicher Hitze in Byhleguhre eingetroffen. In den letzten Tagen waren bis zu 140 RadlerInnen dabei. Über Nacht haben kurze Gewitter und Regenschauer für etwas Abkühlung gesorgt. Gestern abend bekamen wir Besuch von Aktiven der Umweltgruppe Cottbus, die uns ein gutes Bild von dem Braunkohleabbau und den Folgen für die Region vermitteln konnten. Einerseits hängen natürlich Arbeitsplätze am Braunkohlestrom, doch nur noch ein paar Tausend Menschen und damit wesentlich weniger als noch zu DDR-Zeiten arbeiten in dieser Industrie. Die Erneuerbaren Energien werden gern vergessen, obwohl auch hier schon viele Menschen ihren Broterwerb gefunden haben. Das Dorf Proschim zum Beispiel erzeugt mehr Strom aus Sonne und Wind als es selber verbraucht.

Auch gern vergessen werden die Folgen für die betroffenen Dörfer, für die regionale Landwirtschaft und für den Tourismus im Spreewald, der von der Verockerung bedroht ist. Deshalb begibt sich die Tour heute per Rad nach Lübbenau, um dieses Thema öffentlich zu machen.

in Beeskow gegen Fracking und CO2-Verpressung

René Schuster von der Umweltgruppe Cottbus erzählt über die Folgen der Braunkohle

Im Dunstkreis der Hauptstadt

Bahn in der Fläche ausbauen!

In diesem Jahr führt unsere Strecke südlich um Berlin herum. In Rathenow thematisierten wir gestern am BAhnhof Rathenow die Brandenburgische Städtebahn, von der nur noch ein Stummel nach Brandenburg führt. Nach Norden ist die Strecke gekappt, die Verbindungen per Bahn und Bus sind extrem umständlich. Deshalb singen wir bei der Kundgebung "Es fährt kein Zug nach Rhinow mehr" und setzen uns zusammen mit dem VCD Brandenburg für einen besseren Bahnverkehr in der Fläche ein. Während der BUGA sind zwar die Verbindungen zwischen den Standorten gut per Bus erreichbar, aber was ist danach?

Brandenburgische Städtebahn: totes Gleis nach Norden

Auf dem Weg in die Lausitz haben wir es nicht versäumt, bereits heute in Potsdam das Thema Braunkohle und die Möglichkeiten der Energiewende in Brandenburg vor dem Landtag zu thematisieren. Frau Nonnemacher als Abgeordnete der Grünen hat uns auf die Problempunkte der Landespolitik aufmerksam gemacht. Die Tour de Natur hat das Theaterstück "Gerichtsverhandlung" aufgeführt.

Theaterstück zum Thema Braunkohle am Landtag

Von der Altmark ins Havelland

Die heutige Etappe von Stendal nach Rathenow in Bildern:

Kundgebung in Stendal gegen Massentierhaltung mit Lehrstück und der BI aus Mahlwinkel und Cobbel

Prof. Schuelke erzählt in Arneburg von dem regionalen Konzept für die Energiewendee

auf der Elbfähre Arneburg-Lübars

mit der Gierseilfähre übergesetzt!

Oliver Wendenkampf vom BUND über unsinnige Ausbaggerung der Elbe

Quartier an der Havel

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